Fr. 11. Mai 1990


Ein "Verband der Umsiedler der DDR e. V." wurde in dieser Woche in Stadtroda (Bezirk Gera) gegründet. Die Mitglieder dieser republikweiten Vereinigung treten für die Beibehaltung der Oder-Neiße-Grenze und für einen Lastenausgleich in einem vereinigten Deutschland ein. Der Verband, dessen Vorsitzender Dr. Bernhard Fisch aus Stadtroda ist, verlangt die Aufdeckung der historischen Wahrheit über das Schicksal der Umsiedler in der Nachkriegszeit.
(Neue Zeit, Fr. 11.05.1990)

Einen Umtauschsatz von 1:1 für alle kirchlichen Konten hat die Evangelische Landeskirche Anhalts gefordert. Der für Finanzen zuständige Dezernent Oberkirchenrat Andreas Schindler, argumentierte, dass die Kirchen in der DDR Gehälter für Mitarbeiter zahlen und einen großen Bestand an wertvollen Gebäuden unterhalten müssten.
(Neues Deutschland, Sa. 12.05.1990)

Erster Tag des zweitägigen Treffens von Vertretern der Außenministerien aus Polen, der ČFSR und der DDR in Berlin Schloss Niederschönhausen zwecks Beratung "zur Problematik gemeinsamer Initiativen in Vorbereitung auf das KSZE-Gipfeltreffen 1990". Der polnische Vertreter plädierte dafür, "dass die DDR stärker als bisher zwischen den unterschiedlichen Standpunkten der BRD und Polens als Vermittler wirksam wird".

Beschlossen wird eine trilaterale Initiative auf der Grundlage der polnischen (Rat für Europäische Zusammenarbeit) und tschechischen (Europäische Sicherheitskommission) Vorschläge.

Bei einem Treffen von Jungen Sozialdemokraten und der Gewerkschaftsjugend wird ein Appell verabschiedet, grundlegender Rechte junger Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im auszuhandelnden Staatsvertrag zu fixieren.

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