Sa. 26. Mai 1990


Die DDR-weit verbreiteten Zeitungen verloren in nur fünf Monaten die Hälfte ihrer Leser.

Der Einbruch ist gewaltig. Noch 1988 reichten 3,8 Millionen Exemplare der "zentralen Presse" nicht aus, um den landesweiten Lese-Hunger auch nur annähernd zu stillen. Schon am frühen Vormittag bekam man an den Kiosken kaum noch die Zeitung seiner Wahl.

Und heute? Da liegen sie bis zum späten Abend einträchtig nebeneinander. "Tribüne" und "Neue Zeit", "Junge Welt" und "Neues Deutschland". Einen Titel wird man schon bald vergebens suchen: Am Wochenende kündigte die "Berliner Allgemeine" ihr nahes Ende an. Die frühere "Nationalzeitung" wird mit dem "Morgen" zusammengehen.

Die Abonnenten lassen die ehemalig zentralen Organe im Stich. Für die neun DDR-weit vertriebenen Titel musste die Post von Dezember bis Mai 1,78 Millionen Abbestellungen registrieren. Ein Rückgang um 48,8 Prozent, besonders schmerzlich verspürt bei den Kollegen vom ND (-64,1 Prozent) und der "Jungen Welt" (-60,8 Prozent). Eine Ausnahme bilden lediglich die "Berliner Zeitung" und "Der Morgen". Ihnen brachte erst die Preiserhöhung im April einen Rückgang der Abonnentenzahl.
(Berliner Zeitung, Mo. 28.05.1990)

Die beiden deutschen Leichtathletikverbände werden ab sofort eine gemeinsame Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona bestreiten. Dies ist das wichtigste Ergebnis der am Sonnabend beendeten zweitägigen Beratung der geschäftsführenden Präsidien von DVfL und DLV unter Leitung ihrer Präsidenten Prof. Dr. Gerd Schröter und Helmut Meyer in der Sportschule Kienbaum. Die beiden Verbände berieten weitere Schritte des Zusammenwachsens der deutschen Leichtathletik. Für 1991 - unter anderem mit den Weltmeisterschaften in Tokio - werden sie in Abhängigkeit von der politischen Entwicklung geeignete alternative Lösungen ausarbeiten.
(Neues Deutschland, Mo. 28.05.1990)

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