Mo. 7. Mai 1990


Der Europarat hat der DDR und der Tschechoslowakei am Montagvormittag den Gaststatus zuerkannt. Damit können die beiden Länder bereits zu der bis Freitag dauernden Frühjahrssitzung der Parlamentarischen Versammlung des Rates jeweils sechs Abgeordnete als Gäste entsenden.
(Junge Welt, Di. 08.05.1990)

Warteschlangen wie hier vor der französischen Konsularabteilung Unter den Linden in Berlin werden schon bald der Vergangenheit angehören. Die Außenminister der zwölf EG-Staaten haben am Montag in Brüssel die Absicht bekundet, die bislang bestehende Visapflicht für DDR-Bürger bis Anfang Juli aufzuheben. Wie ein EG-Sprecher erklärte, werde die Maßnahme "demnächst" in Kraft treten. Mit dem Entfallen der Visumspflicht werden DDR-Bürger mit ihrem gültigen Reisepass in folgende elf Staaten reisen können: Großbritannien, Irland, Dänemark, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Spanien, Italien, Portugal und Griechenland.

Am Montagvormittag hatten die Außenminister einen Aktionsplan der EG-Kommission gebilligt, mit dem die bislang an Ungarn und Polen gewährte Hilfe der "Gruppe der 24" auf Bulgarien, die DDR, die Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien ausgeweitet werden soll. Anschließend wurde ein Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EG und der Tschechoslowakei unterzeichnet. Der Vertrag räumt Prag die Meistbegünstigungsklausel ein und beseitigt schrittweise Einfuhrbeschränkungen der Gemeinschaft. Ein ähnliches Dokument wird am heutigen Dienstag auch zwischen der EG und der DDR unterschrieben.
(Neues Deutschland, Di. 08.05.1990)

Offizieller Start des Zivildienstes.

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