Mi. 16. Mai 1990


Immer mehr enteignete Bundesbürger fordern die Rückgabe ihrer Häuser in der DDR. Bereits 200 Eingaben mit Bitte um Hilfe sind beim Petitionsausschuss des Bundestages eingegangen.
(BZ am Abend, Do. 17.05.1990)

6. Sitzung des Ministerrates. Es wird der Beschluss über die Maßnahmen zur Förderung der Industrie und des Binnenhandels in Vorbereitung und Durchführung der Währungs- und Wirtschaftsunion mit der BRD gefasst.

Konstituierende Sitzung des politisch-beratenden Ausschusses zur Bildung des Landes Thüringen. An im nehmen in der Volkskammer vertretenen Parteien teil.

Der Vorsitzende der DGB-Gewerkschaft Chemie-Papier-Keramik, Hermann Rappe, wird in ein Beratergremium bei DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière in Fragen der Wirtschaftspolitik berufen. Chef des Beratergremiums ist der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung von CDU/CSU, Elmar Pieroth.

Am 26.07.1990 erklärt Hermann Rappe seinen Austritt aus dem Beratergremium. Als Grund nennt er, Gewerkschaften seien bei der Besetzung des Verwaltungsrates der Treuhandanstalt nicht berücksichtigt worden.

In einem Interview für das Ost-West-Magazin des Deutschlandfunk macht der Minister für Abrüstung und Verteidigung, Rainer Eppelmann, Vorschläge für eine neue Sicherheitsarchitektur nach einer deutschen Einheit. Danach soll die NVA als selbständige Armee bestehen bleiben, mit eigenem Führungsstab, der die Kommandogewalt über die Armee hat. Der NVA-Führungsstab darf nicht dem deutschen Verteidigungsminister unterstellt sein.

Die Bundeswehr bleibt wie bisher dort politisch und militärisch eingebunden wo sie jetzt ist. Die Natozugehörigkeit des vereinten Deutschland soll nur eine politische Aussage sein.

Er spricht sich für ein Sicherheitssystem aus, das auch die Sowjetunion mit einschließt. Die NATO könnte die Grundstruktur für ein neues internationales europäisches Sicherheitssystem unter Einschluss der Sowjetunion geben. Es solle dann aber einen anderen Namen erhalten.

Bund und Länder der BRD einigen sich auf einen "Sonderfond Deutsche Einheit". Für die Laufzeit des Fonds Deutsche Einheit, bis Ende 1994, nehmen, nach einem Beitritt, die dann neuen Bundesländer nicht an dem Ausgleichssystem der dann alten Bundesländer teil.

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