Di. 6. Februar 1990


Musiker und Produzenten der Unterhaltungskunst haben Kritik an der Praxis der Künstlervermittlung in der DDR geübt. In einer Presseerklärung werfen sie dem Ministerium für Kultur vor, "die Monopolstellung" staatlicher Einrichtungen dieser Art zu verteidigen. Sie fordern, Finanz- und Organisationsstrukturen von Com-Concert, Künstleragentur und Staatlichem Kunsthandel der DDR offenzulegen. "Kultur darf nicht weiter eine Domäne staatlich privilegierter und finanzierter Monopolisten sein", heißt es in der Erklärung.
(Berliner Zeitung, Mi. 07.02.1990)

Der Bezirkssprecherrat des Neuen Forum Dresden spricht sich mit überwältigender Mehrheit gegen das Wahlbündnis 90 aus.

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) wird in der Humboldt-Universität Berlin gegründet. Zuvor wurde der RCDS bereits an der Ernst-Moritz-Arndt Universität in Greifswald und am Theologischen Seminar in Eisenach gegründet.

Vom Berliner Büro der CDU/CSU-Bundestagsfraktion werden 14tägig in Potsdam Veranstaltungen durchgeführt.

Die Bundesregierung bildet einen Kabinettsausschuss "Deutsche Einheit". Den Vorsitz hat Helmut Kohl inne. Es werden sechs Arbeitsgruppen gebildet. "Die Bundesregierung erklärt sich bereit mit der DDR-Regierung unverzüglich in Verhandlungen über eine Währungsunion mit Wirtschaftsreform einzutreten", verkündet Helmut Kohl in Bonn vor den Medien. Er verkündigt dies ohne die DDR-Seite vorher unterrichtet zu haben.

Nach einer Aussage Horst Teltschiks soll der Baden-Württemberger Ministerpräsident Lothar Späht beabsichtigt haben einen Tag später vor dem Landtag eine Regierungserklärung anzugeben, in der er eine Wirtschafts- und Währungsunion fordert. Dem wollte Kohl zuvorkommen.
(Horst Teltschik, 329 Tage)

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