Fr. 9. Februar 1990


Unter dem Namen "M. & Co." hat gestern in Dresden das Hamburger Reiseunternehmen "Alternative Bus-Reisen GmbH" ein ständiges Büro eröffnet. Es bietet unter anderem Reisen in die USA, die Niederlande, nach Italien und Frankreich an.
(Berliner Zeitung, Sa. 10.02.1990)

In Kooperation mit einem Drogisten aus der DDR eröffnet drospa ihren ersten Drogeriemarkt in Ostberlin.

Im Berliner ICC findet die erste deutsch-deutsche Mittelstandtagung unter dem Motto "Chancen für Wirtschaftskooperation" statt.

In einer Startauflage von 100 000 Exemplare erscheint die erste Ausgabe der Wochenzeitung "Hallenser und Magdeburger" Zeitung für Sachsen-Anhalt. Mit dem Untertitel "Orientierung zum Zeitgeschehen · überparteilich".

Die Arbeitsgruppe Sicherheit des Zentralen Runden Tisch beschließt die Vernichtung der EDV-Datenträgern mit personenbezogenen Daten am Ort ihrer Aufbewahrung.

In Frankfurt (Oder) wird eine bezirkliche Initiativgruppe "Für die Rechte der Kinder" gegründet.

In Köln wird ein Verein zur Förderung des Kulturaustausches mit Sitz in Köln und Leipzig gegründet.

Auf einem Symposium DDR-Wirtschaft der Wochenzeitung "Die Zeit" wird der Präsident des Bundesverbandes der Industrie in der BRD, Tyll Necker gefragt, "wie schätzen Sie die Chance ein, in der DDR in zehn Jahren oder eher das Niveau der Bundesrepublik zu erreichen?"

Worauf er antwortet: "Ich bin auch der Meinung, das muss schneller gehen. Wir müssen hier nur verschiedene Ebenen unterscheiden: die Ebene der Einkommen, die Ebene des Vermögenszuwachses und die Ebene der staatlichen Infrastruktur."

Auf einer Konferenz in Potsdam spricht sich Bundesaußenminister, Hans-Dietrich Genscher, für eine Weiterentwicklung der KSZE und eines Wandels der Militärallianzen zu politischen Bündnissen, deren konfrontatives durch ein kooperatives Verhältnis ersetzt werden solle.

Es gehe nicht darum, "die Geltungsbereiche von Bündnissen auszudehnen oder gar nach Überlegenheit zu streben, sondern die Bündnisse zu einem Instrument sicherheitspolitischer Zusammenarbeit zu verbinden. Sie werden zu Elementen der neuen kooperativen Strukturen der Sicherheit in Europa, von denen sie zunehmend überwölbt werden, in denen sie schließlich ganz aufgehen können."

In einem Gespräch zwischen Michail Gorbatschow und US-Außenminister James Baker sagte dieser, bei der Volkskammerwahl am 18.03.1990 wird sich in der DDR mit überwältigender Mehrheit für die Vereinigung ausgesprochen. Es werden Führer gewählt, die die Idee der Vereinigung vertreten.

Die USA haben begonnen Gespräche über die Schaffung eines Mechanismus "2+4" zu führen. Michail Gorbatschow fragte ihn, was er von einem Mechanismus "4+2" hält. Es ist besser einen Mechanismus "2+4" zu haben, ist die Antwort. Ein vierseitiges Vorgehen wird nicht funktioniere. Der Prozess KSZE ist zu sperrig

SU-Außenminister Eduard Schewardnadse hat die KSZE als bevorzugte Verhandlungsforum zuvor genannt.

Michail Gorbatschow nennt die Ausdehnung der NATO-Zone inakzeptabel. Worauf James Baker antwortet, wir stimmen dem zu.

Der ökonomische Preis der Vereinigung wird vom emotionalen Überschwang sich zu vereinen überspült werden, meinte James Baker.

Link Treffen von US-Außenminister Baker mit Gorbatschow und Schewardnadse.

Link zu einem Treffen zwischen dem Vizechef des Nationalen Verteidigungsrates der USA, Robert Gates, und dem KGB-Chef Vladimir Krutschkow in Moskau über die NATO-Truppen.

Δ nach oben