DDR 1989/90Brandenburger Tor

01.02. Ministerpräsident Hans Modrow verkündet sein Konzept "Deutschland einig Vaterland"

01.02. DDR-Regierung veröffentlicht Grundzüge des Stufenplans für eine Wirtschaftsreform

05.02. Bildung der "Regierung der nationalen Verantwortung"

13.-14.02. Bonnbesuch der DDR-Regierungsdelegation

13.02. In Ottawa werden sich auf 2+4-Verhandlungen über die äußeren Aspekte der Herstellung der deutschen Einheit geeinigt

19.02. Der Zentrale Runde Tisch beschließt die Vernichtung der elektronischen Datenträger der Stasi

20.02. Die gemeinsame Expertenkommission über die Schaffung einer Währungsunion und Wirtschaftsgemeinschaft konstituiert sich

26.02. Die erste Ausgabe der Anderen Zeitung in Berlin erscheint

28.02. Ein zweistufiges Banksystem soll entstehen


01.02. Letzter Tag des außerordentlichen Kongress des FDGB

03.02. Ein Gründungsausschuss für eine unabhängige Gewerkschaftsbewegung bildet sich

03.02. Betriebsrätekonferenz der Vereinigten Linken

10.-11.02. Außerordentliche Zentraldelegiertenkonferenz der Gewerkschaft Bau-Holz

22.-23.02. Gründung der IG Transport


So. 11. Februar 1990


Die Nationale Volksarmee der DDR ist und bleibt für ihn ein notwendiges Element in den parallelen Prozessen der Stabilisierung der Gesellschaft im Lande, des Zusammenwachsens beider deutscher Staaten, der revolutionären Veränderungen in allen Teilnehmerstaaten des Vertrages, der Errichtung des europäischen Hauses und der radikalen Abrüstung. Diese Auffassung vertritt DDR-Premier Dr. Hans Modrow in einem dem ADN am Sonntag vorab übermittelten Interview der Zeitschrift "Volksarmee".

Aufgabe der NVA sei und bleibe es, "die äußere Sicherheit der DDR und ihrer Bürger vor allen Gefährdungen zu gewährleisten". Befragt nach dem Platz der NVA in seinem Konzept für "Deutschland, einig Vaterland" erklärte Modrow, "bei allem Für und Wider" sei doch davon auszugehen, "dass es eines Tages einen einheitlichen deutschen Staat auf der Grundlage verschiedener Bundesländer geben wird", denn auch die Mehrzahl der DDR-Bürger sei jüngsten Meinungsumfragen zufolge für die Vereinigung der beiden deutschen Staaten und Westberlins. "Aber wir würden doch unsere eigenen Interessen schlecht verstehen, wenn uns die Interessen der Nachbarstaaten, der Verbündeten, der anderen europäischen Staaten gleichgültig wären."

Mit den politische Verantwortung tragenden Kräften sei ein Konsens erzielt worden, "dass mit dem Prozess schrittweiser Vereinigung der deutschen Staaten auch eine schrittweise Verringerung der NVA - wir meinen aber auch der Bundeswehr - einhergehen sollte".
(Berliner Zeitung, Mo. 12.02.1990)

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