Di. 20. Februar 1990


Die Namensgebung "Deutsche Soziale Union" in der DDR ist nach Meinung des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden im niedersächsischen Landtag, Rolf Wernstedt, "makaber und für die Menschen in der DDR eine Provokation". Wie der "Parlamentarisch-Politische Pressedienst" am Dienstag in Bonn berichtete, habe Wernstedt darauf verwiesen, dass "der CSU-Ableger" sich einen Namen zugelegt habe, der zwischen 1956 und 1962 schon einmal in der Bundesrepublik verwendet worden war. Der Alt-Nazi Otto Strasser, so Wernstedt, habe unter der Bezeichnung Deutsch-Soziale Union (DSU) 1956 versucht, eine Sammlungsbewegung der rechtsextremen Kräfte in der BRD aufzubauen.
(Neues Deutschland, Mi. 21.02.1990)

Die Schweriner Behinderten haben jetzt ein Rehabilitationszentrum - in Gästehäusern des ehemaligen MfS in Mueß. Es laufen in Mueß die Vorbereitungen für den Einzug einer ersten Gruppe Behinderter aus dem überlasteten Pflegeheim Schelfwerder. Der Dynamik der Zeit ist es geschuldet, dass der ADN-Beitrag "Zeit der Hilferufe passe - Jetzt kümmern wir uns selber" zu spät erschien.
(Neue Zeit, Mi. 21.02.1990)

Mit Fragen und Hinweisen zur Ökologie sowie zum Umwelt- und Landschaftsschutz in und um Rostock können sich Einwohner und Gäste der Küstenbezirksstadt von nun an auch an spezielle Briefkästen wenden.
(Neue Zeit, Mi. 21.02.1990)

Vom Gemeinsamen Ausschusses der beiden SPDs wird eine Erklärung über den Weg zur deutschen Einheit veröffentlicht.

Im Warnemünder "Teepot" wird die Deutsche Biertrinker-Union gegründet.

Im Haus der Lehrer konstituiert sich der Unabhängige Frauenverband in Frankfurt (Oder). Es wird ein Koordinierungsrat gewählt und die Vertreterinnen auf der gemeinsamen Liste mit den Grünen Partei zur Volkskammerwahl gewählt.

Mit einer Startauflage von 250 000 Exemplaren erscheint die erste Nummer der Wochenzeitung "das blatt".

Die Westberliner Zeitung "Der Tagesspiegel" wird in der DDR angeboten. Wochentags für 2 Mark und Sonntags für 3 Mark.

Nach der Zivildienstordnung findet keine Gewissensprüfung statt. Er wird in Betrieben und Einrichtungen des Gesundheits-, Sozial- und Rettungswesens und im kommunalen Bereich geleistet. Das zuständige Amt für Arbeit regelt den Einsatz, der kein Nothelferdienst an Brennpunkten der Wirtschaft ist.

Nach der Änderung des Artikel 23 der Verfassung der DDR ist der Zivildienst eine gleichartige Alternative zum Wehrdienst. Die Dauer beträgt wie der Wehrdienst 12 Monate.

Das Gebäude des Bezirksamtes für Nationale Sicherheit in Rostock wird an die Justiz übergeben.

Die bundesdeutschen Grünen eröffnen im Reichstag in Berlin-Tiergarten ein Büro zur Unterstützung des Wahlkampfes der neuen Organisationen in der DDR.

Im NATO-Saal im Bundeskanzleramt kommt die Bundesregierung mit Helmut Kohl an der Spitze mit Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern zu einem Meinungsaustausch zusammen. Die Währungsunion wird von Wirtschaft und Gewerkschaften unterstützt. Von der BRD-Wirtschaft wird erwartet, dass die DDR Rahmenbedingungen für ein profitables wirtschaften dort schafft.

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