Fr. 26. Januar 1990


Streik bei der Berliner Müllabfuhr am 26.01.190

(aus: Der betriebliche Aufbruch im Herbst 1989: Die unbekannte Seite der DDR-Revolution)

Zur Bildung eines unabhängigen Verbandes der Bauern und Gärtner in der DDR hat sich am Freitag in Potsdam eine Initiativgruppe des Bezirkes konstituiert.
(Junge Welt, Sa. 27.01.1990)

Am Freitag wurde die Anmeldung zur Gründung einer DDR-Sektion von Greenpeace durch die Regierung bestätigt.
(Junge Welt, Sa. 27.01.1990)

Informationsveranstaltung der SPD im Lehrlingswohnheim in Regis-Breitingen. Es wird ein Ortsverband gegründet.

Die Genehmigung für Mülltransporte aus der BRD und Westberlin auf die Deponien Schöneiche und Vorketzin im Bezirk Potsdam wird vom Umweltminister Peter Diederich widerrufen.

Rund 26 000 Grundwehrdienstleistende und ca. 13 000 Unteroffiziere auf Zeit werden vorzeitig entlassen.

Auf der Gründungsversammlung des Helmholtz-Bundes wird eine Tarifkommission gewählt. Sie arbeitet in den Tarifkommissionen der Gewerkschaft Gesundheitswesen und des Ministeriums für Gesundheits- und Sozialwesen mit.

In Wien wird die Aufhebung der Visapflicht im Reiseverkehr zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Österreich vereinbart.

In einem Interview in der Wochenzeitung "Die Zeit" sagt Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl: "Wenn deren Regierung morgen sagt, wir führen die D-Mark ein, wie das der wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen hat, dann gibt es keine DDR-Geldpolitik mehr, dann gibt es auch keine DDR-Währung mehr. Dann wird die Währung der DDR in Frankfurt verwaltet. Glauben Sie, dass die DDR-Regierung das akzeptiert?"

Und: "Technisch ist alles möglich, aber es ist nicht sehr realistisch, glaube ich. Realistisch ist es, wenn die Ost-Mark Schritt für Schritt im Rahmen eines umfassenden Reformpaketes konvertibel gemacht wird, wozu die Bundesrepublik beitragen kann. Eine enge währungspolitische Zusammenarbeit wäre in diesem Zusammenhang wünschenswert."

Der sowjetische Botschafter in der Bundesrepublik Kwizinskij kündigt gegenüber Außenminister Genscher an, die Sowjetunion werde beiden westlichen Alliierten gegen die beabsichtigte Direktwahl und Stimmrecht der Westberliner Abgeordneten im Bundestag diplomatisch Einspruch erheben.

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