Fr. 19. Januar 1990


Als "Ostthüringer Nachrichten" erscheint ab morgen [19.01.] die bisherige "Volkswacht" im Bezirk Gera.
(Berliner Zeitung, Do. 18.01.1990)

Die traditionsreiche Tageszeitung der Messestadt, die "Leipziger Volkszeitung" ist seit gestern unabhängig. Als Blatt der marxistischen Sozialdemokratie wurde sie vor 96 Jahren gegründet. Ebenfalls als unabhängige Zeitung präsentieren sich jetzt die Magdeburger "Volksstimme" und die "Sächsische Zeitung".
(Berliner Zeitung, Sa. 20.01.1990)

An diesem Wochenende wird die SPD in einem "Extrablatt" die wichtigsten Ergebnisse ihrer Landesdelegiertenkonferenz vom 12. bis 14. Januar 1990 der Öffentlichkeit vorlegen. Wie der Leiter der SPD-Pressestelle, Olaf Spittel, gegenüber ADN erklärte, sei das in einer Gesamtauflage von einer Million gedruckte "Extrablatt" mit Unterstützung der SPD (West) in Bielefeld gedruckt worden. Bereits gestern sollten 320 000 Exemplare die Bezirke Magdeburg, Dresden, Halle und Leipzig erreichen. In den anderen Bezirken der DDR werde das "Extrablatt" heute beziehungsweise morgen eintreffen.
(Berliner Zeitung, Fr. 19.01.1990)

Die Zeitung der Bürgerinitiative im Kreis Auerbach, "bika", erscheint zum ersten Mal.

Der Kreisvorstand Leipzig der SPD fordert alle SED-PDS-Mitglieder auf, die nach dem 01.01.1990 ihre Partei verlassen haben, mindestens ein Jahr keinen Antrag auf Mitgliedschaft in der SPD zu stellen.

In Dresden wird der Bezirksverband Sachsen-Ost von den ostsächsischen Ortsvereinen der SPD gegründet.

Im "Haus Cottbus" wird die Deutsche Forumpartei Bezirk Cottbus gegründet.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, empfängt eine Delegation des Demokratischen Aufbruchs.

"AIDS - neue Aktualität in der DDR" ist das Thema eines Kolloquium in Berlin.

Mit den Stimmen von SPD und Alternativer Liste werden die "Mahnworte", die vor jeder Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses gesprochen wurden, abgeschafft.

"Ich bekunde unseren unbeugsamen Willen, dass Deutschland mit seiner Hauptstadt Berlin in Frieden und Freiheit vereinigt werden muss."

Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Willy Brandt, ergänzte am 21.10.1955 zum ersten Mal die Eröffnung der Sitzung mit "… und bekunden unseren unbeugsamen Willen, dass Deutschland mit seiner Hauptstadt Berlin in Freiheit wiedervereinigt werden muss". Angeregt vom Kuratorium "Unteilbares Deutschland".

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