Mi. 10. Januar 1990


Nach Protesten kündigt der Ministerrat eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft der Mitarbeiter der Staatsorgane und der Kommunalwirtschaft. Sie sah ein dreijähriges Überbrückungsgeld für entlassene Mitarbeiter der Regierungsorgane vor. Es sollen die Regelungen des Arbeitsgesetzbuches gelten.

In Leipzig bildet sich die erste Gruppe in der DDR der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.

In Leipzig gibt es ein "Haus der Demokratie". Es befindet sich im ehemaligen Sitz der SED Leipzig.

Über den Einzug der neuen Gruppen und Parteien in das "Haus der Demokratie" in Berlin ist in der Broschüre "Vielfalt und Dialog. Die Geschichte des Hauses der Demokratie und Menschenrechte", zu lesen:

"Niemand weiß mehr, ob der 10. oder der 15. Januar 1990 der Stichtag war, an dem der Einzug der Gruppen begann."

Der zweiseitige Gründungsaufruf des Unabhängigen Historikerverbands erscheint.

In Gardelegen (Bezirk Magdeburg) und in Wernigerode gründet sich ein Kreisverbandes der SDP.

In Schmölln (Bezirk Gera) gründet sich die örtliche SDP auf der Grundlage von Artikel 28 der Verfassung der DDR.

In mehreren Städten finden Demonstrationen und Kundgebungen statt. U.a. in Brandenburg, Herzberg und Magdeburg. Warnstreik in Magdeburg.

In Lübeck bildet sich ein Regionalausschuss zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den DDR-Bezirken Rostock und Schwerin sowie dem Bundesland Schleswig-Holstein.

Während eines Gesprächs zwischen Hans Modrow und dem Ministerpräsidenten der UdSSR, Nikolai Ryshkow, sage Modrow, Bundeskanzlers Kohl sei bestrebt, die in Dresden getroffenen Absprachen bezüglich der Vereinbarung einer Vertragsgemeinschaft zu unterlaufen und die Termine für diesen Abschluss für die Zeit nach der Volkskammerwahl zu verschieben.

Nikolai Ryshkow betonte, auf der 45. RGW-Tagung gehe es darum den RGW radikal zu erneuern. Es sei unbedingt erforderlich, ab 1991 auf aktuelle Weltmarktpreise und die Verrechnung in konvertierbaren Währungen in den gegenseitigen Beziehungen überzugehen.

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