DDR 1989/90Brandenburger Tor

12.01. Verzicht auf Nachfolgeeinrichtungen der Staatssicherheit vor der Volkskammerwahl

14.01. Deutsch-Deutsche Wirtschaftskonferenz

15.01. "Sturm" auf die Stasizentrale in Berlin-Lichtenberg

17.01. Die erste Ausgabe der Anderen Zeitung in Magdeburg erscheint

18.01. Die Bundesregierung stellt klar, die vereinbarte Vertragsgemeinschaft vor der Volkskammerwahl wird es nicht geben.

19.01. Ingrid Matthäus-Maier von der bundesdeutschen SPD schlägt eine Währungsunion vor

28.01. Die Volkskammerwahl wird auf den 18.03. vorgezogen



Mi. 24. Januar 1990


Wie die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit und Löhne gestern mitteilte, können die am 23. Januar 1990 auf der Pressekonferenz des Vorbereitungskomitees für den FDGB-Kongress nach Angaben der Gewerkschaftshochschule genannten Arbeitslosenzahlen von 80 000 nicht bestätigt werden. Sie entbehrten jeglicher Grundlage. Tatsache sei, dass mit Stand vom 22. Januar 1990 an 51 413 Werktätige neue Arbeitsplätze zu vermitteln seien. Bis zu diesem Zeitpunkt erhielten mit Unterstützung der Arbeitsämter 59 519 Werktätige eine andere Arbeitsaufgabe. Sie würden zum großen Teil an Industriebetriebe, das Bau- und Verkehrswesen sowie Versorgungseinrichtungen für die Bevölkerung vermittelt. Die Arbeitsämter meldeten gegenwärtig 171 703 freie Stellen.
(Berliner Zeitung, Do. 25.01.1990)

Der Kongress für einen sozialistischen Jugendverband am Wochenende in Brandenburg wird über Programm, Satzung und Namen der Organisation entscheiden sowie eine Leitung, wählen. Darüber wurde gestern in Berlin informiert. Dieser Verband werde Rechtsnachfolger der FDJ sein, müsse aber ein neues klares Profil zeigen, sagte Frank Türkowsky, 1. Sekretär des FDJ-Zentralrates. Davon hänge ab, wie viele von den noch rund 650 000 Mitgliedern seit Oktober 1989 sind über eine Million ausgeschieden noch verbleiben. Klar jedoch sei, dass der neue Jugendverband keine unmittelbaren Beziehungen zu Parteien aufnehmen werde.
(Berliner Zeitung, Do. 25.01.1990)

Pläne für ein gemeinsames Projekt mit der DDR-Autoindustrie zum Bau eines neuen Wagens hat ein Sprecher der Volkswagen AG am Mittwoch gegenüber ADN bestätigt. Die vom VW-Vorsitzenden Dr. Carl H. Hahn gegenüber der Londoner "Financial Times" genannte Investitionssumme von etwa, fünf Milliarden DM für ein solches Projekt mit einer Jahreskapazität von 250 000 PKW sei eine "Richtgröße", die nach den bisherigen Erfahrungen für ein Vorhaben dieser Größenordnung notwendig sei. VW werde die Investitionen jedoch nicht allein aufbringen, dies sei nur mit einem Joint venture möglich.

Der Aufbau eines solchen Werkes, so betonte der VW-Sprecher, benötige einschließlich der Entwicklung der Fahrzeuge zwischen vier und sechs Jahren.
(Neues Deutschland, Do. 25.01.1990)

Ein Stadtjugendrat konstituierte sich in Dessau.

In Berlin bildet sich ein "Verband der Kulturarbeiterinnen" und der "Spediteurverband der DDR".

Großer Medienandrang in der Waldsiedlung Wandlitz. Gebäude der Siedlung sollen als Rehabilitationszentrum dienen.

Die 43. Tagung der Paritätischen Regierungskommission DDR-UdSSR geht in Berlin zu Ende.

Die DDR verzichtet auf die Zählkarten bei einreisenden Bürgern aus der Bundesrepublik und Westberlins.

In Berlin fordert die Senatorin für Soziales, Ingrid Stahmer, Angesicht der nicht nachlassende Übersiedlung aus der DDR, eine Abschaffung des Bundesvertriebenengesetzes. Es soll ein Abschlussgesetz für den Übergang geben. Eine Übersiedlung soll dann ein ganz normaler Umzug sein. Gleiche Bedingungen für alle, lautet ihre Forderung.

Der Rat der Europäischen Gemeinschaft (EG) erteilt der EG-Kommission ein Mandat für den Abschluss eines Handels- und Kooperationsabkommens zwischen der EG und der DDR. Die Verhandlungen sollen im ersten Halbjahr 1990 abgeschlossen sein.

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