DDR 1989/90Brandenburger Tor


Do. 26. April 1990


Rechtsansprüche von DDR-Bürgern auf die bei der Massenausreise im vergangenen Jahr in Ungarn und der ČSSR zurückgelassenen Fahrzeuge können noch bis zum 31. Mai bei den Finanzabteilungen der Räte der Kreise geltend gemacht werden.

Das erklärte ein Sprecher des Komitees zur Auflösung des Amtes für nationale Sicherheit jetzt in Berlin.

Sollten bis zu diesem Zeitpunkt keine Rechtsansprüche erhoben werden, sagte der Sprecher, würden die Fahrzeuge auf das Basis eines Wertermittlungsgutachtens verkauft oder verschrottet. Den Eigentümern oder deren Bevollmächtigten würde man den Wert des verkauften Fahrzeuges in DDR-Mark erstatten.

Nach seinen Angaben wurden bisher etwa 2 700 Autos und Motorräder aus beiden Ländern in die DDR zurückgeführt. Sie seien nach polizeilichen Kennzeichen, Typen und Fahrgestellnummern erfasst und sicher abgestellt worden.

In Meldungen aus Westungarn war Ende Januar vom Verkauf der ersten 150 von 300 zurückgelassenen DDR-Autos berichtet worden. Der Kauferlös der Wagen wurde auf ein Sperrkonto überwiesen und kann von den Besitzern innerhalb eines Jahres in Empfang genommen werden.
(Neue Zeit, Fr. 27.04.1990)

Der bundesdeutsche Caravan-Handel rechnet für die Urlaubssaison '90 mit einem neuen Boom beim Verkauf von Wohnmobilen. Für 1990 werden Neuzulassungen von etwa 16 000 Reisemobilen erwartet, teilte der Vorsitzende des Deutschen Caravan-Handels-Verbandes, Michael Winkler, jetzt mit. Die Dachorganisation der Wohnwagen- und Wohnmobilhändler in der Bundesrepublik stellte eine erneute Steigerung der Rekordzulassungen im Jahr 1989 von 14 400 Fahrzeugen fest. Das entsprach gegenüber 1988 einer Steigerung von knapp 41 %. Die Wohnwagenzulassungen werden sich nach Ansicht Winklers mit knapp 30 000 Anhängern auf dem Stand des Vorjahres bewegen. Der Caravanhandel erwartet vor allem durch die Öffnung der Grenzen zur DDR zusätzliche Impulse für das Wohnmobil- und Wohnwagengeschäft.
(Neue Zeit, Fr. 27.04.1990)

Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Grüne Partei den Verfassungsentwurf, der Arbeitsgruppe des Zentralen Runden Tisches "Neue Verfassung der DDR" in der Volkskammer zu erörtern, wird mit 179 zu 167 Stimmen abgelehnt.

Der letzte Gefangene wird aus dem Militärgefängnis der NVA in Schwedt entlassen.

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