DDR 1989/90Brandenburger Tor

01.04. Die Subventionen für Presseerzeugnisse entfallen

05.04. Die Arbeitsgruppe "Neue Verfassung der DDR" stellt ihren Entwurf vor

05.04. Erste Sitzung der Volkskammer

05.04. Erstes Kombinat wird Kapitalgesellschaft

12.04. Koalition von BFD, CDU, DA, DSU und SPD

12.04. Erklärung der Volkskammer zeitgleich mit dem Bundestag

17.04. Nach 15 Jahren werden wieder Werbespots im Fernsehen gezeigt.

19.04. Lothar de Maizière gibt Regierungserklärung ab

24.04. Alle Betriebsdirektorenposten der volkseigenen Betriebe werden neu ausgeschrieben. Übernahme von Unternehmen zu 100 Prozent möglich.

24.04. Die Bundesregierung übergibt der DDR-Regierung ein Arbeitspapier für die Gespräche über einen Vertrag zur Schaffung einer Währungsunion, Wirtschafts- und Sozialgemeinschaft

24.04. Die D-Mark wird zum 01.07. in der DDR offizielles Zahlungsmittel, wird in Bonn verkündet

25.04. Von der Treuhand wird die Umstrukturierung des VEB Robotron Büromaschinenwerk "Ernst Thälmann" Sömmerda, nach dem "Sömmerdaer Modell" abgelehnt.

27.04. Beginn der offiziellen Verhandlungen über eine Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion


Di. 10. April 1990


Die Gruppe der 20 erklärte das Aus für Dresdens Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer. Die Abgeordneten mit einem Mandat der Gruppe werden sich nach dem 6. Mai dagegen aussprechen, dass er weiter in diesem Amt bleibt. Klaus-Dieter Schulz von der Gruppe der 20 begründete die massive Absage an Berghofer am Dienstag vor der Presse in Dresden mit dessen "Vergangenheit als Sekretär des Zentralrates der FDJ und Durchpeitscher von Massenveranstaltungen". Ferner wurde auf etliche uneingelöste Versprechen des OB gegenüber Bürgern verwiesen.
(Neues Deutschland, Mi. 11.04.1990)

Die Arbeitsgruppen der kommunalen Runden Tische sollen nach dem 6. Mai als beratende Gremien den jeweiligen Parlamenten zur Seite stehen. An themenbezogenen Runden Tischen können Bürgerinitiativen und nicht politische Verbände ihre Fachkompetenz in die Behandlung konkreter kommunaler Probleme einbringen. Diesen Vorschlag erarbeitete der Landesvorstand Berlin des Demokratischen Aufbruch.

Die Arbeit der legitimierten Räte zur Bewältigung der anstehenden Probleme kann auf diese Weise durch interessierte und engagierte Bürger unterstützt werden. Von ihnen erarbeitete Konzeptionen tragen empfehlenden Charakter.

Themenbezogene Runde Tische können die Transparenz der Arbeit der Rathäuser erhöhen. Ihre Tätigkeit kann einen breiten Konsens in kommunalen Angelegenheiten vorbereiten helfen.
(Neue Zeit, Mi. 11.04.1990)

Seit gestern tagt im Konrad-Wolf-Saal der Akademie der Künste ein außerordentlicher Kongress des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Ziel des Kongresses ist die Annahme einer neuen Satzung. Sie war auf dem Kongress von 1988 nicht zu einem beschlussfähigen Konsens gebracht worden. Unter den jetzt errungenen neuen demokratischen Verhältnissen, aber auch den damit einhergehenden künftigen Mechanismen des Marktes sei es notwendig, so betonte Prof. Claus Dietel, dass sich der Künstlerverband von zentralistischen Leitungsstrukturen verabschiedete und statt dessen in möglichen Landes- und Dachverbänden demokratische Prinzipien durchsetzten. Dem Kongress liegt der Entwurf einer neuen Satzung vor, der von den Delegierten engagiert diskutiert wird.
(Neue Zeit, Mi. 11.04.1990)

Das erste deutsch-deutsche Intendantentreffen mit etwa 90 Vertretern aus Theater und Kulturpolitik fand in West-Berlin statt. Das zweitägige Symposium zur Annäherung der Theaterschaffenden in Ost und West wurde vom Deutschen Bühnenverein organisiert. Der Präsident der etwa 150 Theater vereinigenden Organisation, Generalintendant August Everding vom Bayerischen Staatstheater in München, betonte zum Auftakt, nicht die Vergangenheitsbewältigung, sondern aktuelle Probleme der deutsch-deutschen Theaterbeziehungen und der bevorstehende Strukturwandel der DDR-Theater stünden auf dem Programm. Weitere Themen des vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen unterstützten Forums waren die Finanzierung der Theater, die künstlerische Ausbildung und der Theater- Arbeitsmarkt.
(Neue Zeit, Mi. 11.04.1990)

Seinen Dienst auch in der DDR-Hauptstadt nimmt der Westberliner ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 31" ab heute auf. Der Helikopter für Notfälle, beim Klinikum Steglitz stationiert, hat jetzt die erforderliche Fluggenehmigung der Alliierten erhalten.
(Neues Deutschland, Di. 10.04.1990)

Die SPD-Fraktion in der Volkskammer stimmt dem Inhalt der Koalitionsvereinbarung zu.

In Erfurt wird ein Offenen Brief veröffentlicht, indem der Unabhängige Untersuchungsausschuss die Überprüfung der Volkskammerabgeordneten auf Mitarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit gefordert wird.

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