DDR 1989/90Brandenburger Tor


Fr. 25. Mai 1990


Mit einem einstündigen Warnstreik forderten am Freitagnachmittag die Beschäftigten der Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt schnelle Regierungsentscheidungen im Interesse weiterer Produktion im DDR-Automobilbau. Voller Sorge verwiesen die Barkas-Werker auf ihre gefährdeten Arbeitsplätze. Etwa 2500 Werktätige des Großbetriebes, in dem unter anderem die Motoren für alle PKW der Republik gefertigt werden, hatten sich vor dem Werktor versammelt. Wie Betriebsdirektor Siegfried Bülow informierte, sind den Barkas-Werken, die Absatzsorgen haben, von der Deutschen Kreditbank AG per 1. Juni die Kredite gekündigt worden. Die Lohn- und Gehaltszahlungen seien dadurch zwar nicht beeinflusst, doch könnten keine Rechnungen mehr bezahlt werden. Der Leiter der Geschäftsstelle der IG Metall im Betrieb, Gerald Richter, forderte von der Regierung Förderungsmaßnahmen einschließlich Subventionen für die Fahrzeuge Trabant 1.1 und Wartburg 1.3 bei der Produktionsumstellung.
(Neues Deutschland, Sa. 26.05.1990)

Der Runde Tisch des Bezirks Karl-Marx-Stadt beendet seine Tätigkeit.