DDR 1989/90Brandenburger Tor


Mo. 14. Mai 1990


Noch sind sie im VEB Zellstoff- und Zellwollewerk Wittenberge beschäftigt: 106 Kubaner und 52 Mocambiquer. Trotzdem ist das Aus für sie schon vorprogrammiert. Das Werk schließt zwei Abteilungen. Der Grund? Absatzprobleme und Einschränkung von Umweltbelastungen. Um 180 Zellstoffwerkern den Arbeitsplatz zu sichern, sollen die Ausländer, die auf Grund von gültigen Regierungsabkommen hierzulande tätig sind, das Feld räumen.
(Neues Deutschland, Mo. 14.05.1990)

Obst- und Gemüsebauern im Bezirk Leipzig haben eine eigene Absatzorganisation gegründet. Sie wollen damit dem Großhandel Obst, Gemüse und Speisekartoffeln (OGS) Paroli bieten, der Geschäften mit BRD-Unternehmen den Vorzug gibt und seine bisherigen Partner im Stich lässt. Die Marketinggesellschaft, die vom Kooperationsverband "Sachsenobst", der LPG Naunhof und der GPG Paunsdorf gebildet worden ist, will bessere und stabilere Kooperationen von Erzeugern und Händlern samt Großverbrauchern aufbauen. Geliefert werden sollen das komplette Sortiment der Handelsklasse I nach EG-Norm sowie ausgewählte Importware. Die Bauern bieten deshalb einem Unternehmen aus der BRD oder Holland den Beitritt an.
(Neue Zeit, Mo. 14.05.1990)

Nach einer Aussage Horst Teltschicks bittet der Chef der Außenhandelsbank der Sowjetunion um einen kurzfristigen ungebundenen Kredit von 1,5 bis 2 Milliarden Rubel. Außerdem um einen langfristigen Kredit in Höhe von 15 Milliarden Rubel zu Vorzugsbedingungen.
(Horst Teltschick: 329 Tage, Innenansichten der Einheit, S. 231)

Der Verein "Frauen helfen Frauen - Frauenhaus e.V." gründet sich in Rostock.

Eine Mehrheit am Runde Tisch des Bezirks Frankfurt beschließt den Runden Tisch zu beenden.

In Berlin treffen sich Lothar de Maizière und Helmut Kohl. Es wird vereinbart die beiden CDUs zu einer Partei zusammenzulegen. Angestrebt wird der September oder Oktober.