DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Abkürzungen L

LA Leistungsart

Linke Aktion
LAB Leistungsartenbereich
LAPRO VEB Landbauprojekt Potsdam
LaSK Landstreitkräfte
LAW Lateinamerikawissenschaften
LB Landwirtschaftsbank
LBA Leiter des Bezirksamtes
LBB Leuchtenbau Berlin
LBDVP Landesbehörde der Deutschen Volkspolizei
LBH Volkseigene Betriebe für Land-, Bau- und Holzbearbeitungsmaschinen
LBI Lehrerbildungsinstitut
LBK Landbaukombinat
LBV Leiter der Bezirksverwaltung
LCT Leipziger Computer Test-System (computergestützter Arbeitsplatz für den Psychodiagnostiker)
LDP Liberal-Demokratische Partei (Die LDPD nannte sich am 09./10.02.1990 in LDP um, am 27.03.1990 wurde der Name Bund Freier Demokraten - Die Liberalen (BFD) angenommen. Im August 1990 Vereinigung mit der F.D.P. der BRD.
LDPD
Logo der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands
Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (am 16.06.1945 als Deutsche Demokratische Partei gegründet. Namensänderung in Liberal-Demokratische Partei (LDP). Gründungsaufruf am 05.07.1945. Zulassung durch die Sowjetische Militärverwaltung am 10.07.1945. Ab 03.08.1945 erscheint die Tageszeitung der LDP "Der Morgen". Die versuchte Ausdehnung der LDP auf die anderen Zonen wird dort verhindert. Im Juli 1946 bildete sich ein Koordinierungsausschuss der liberalen Gruppierungen in den vier Besatzungszonen. Das Treffen im November 1946 in Coburg bereitete die Konferenz am 17.03.1947 in Rothenburg ob der Tauber vor, auf der die gesamtdeutsche Demokratische Partei Deutschlands (DPD) gegründet wird. Vorsitzende für die sowjetischen Zone wird Wilhelm Külz und für die Zonen der Westalliierten Theodor Heuss. Die gesamtdeutsche Partei hielt aber nur bis zum 18.01.1948.

Nach der Spaltung der Partei gründete der Berliner Landesverband der FDP ein Ostbüro unter dem Namen "Hilfsdienst Ost". Finanzielle Unterstützung dafür erhielt er von den USA. Nach der Gründung des Gesamtdeutschen Ministeriums wurde es wie die Ostbüros aller Anderen auch finanziell unterstützt.

Nachdem sich immer mehr abzeichnete, dass die SPD-Genossen nach der Vereinigung von KPD und SPD zur SED dort kalt gestellt wurden und nichts reißen konnten, empfahl die SPD ihren, in der LDPD eigene Strukturen auszubauen. Die FDP in Westdeutschland befürchte eine Unterwanderung der LDPD durch die SPD.

Die im gemeinsamen Ausschuss der antifaschistisch-demokratischen Parteien vertretenen Parteien verpflichten sich am 17.06.1949, "unverbesserliche und unbelehrbare Elemente und Störenfriede in den eigenen Reihen" auszuschließen.

Nach dem Tode ihres Vorsitzenden Külz am 10.04.1948 ging die LDP etwas auf Distanz zur SED, was den Mitgliedern vermehrt Verfolgung einbrachte. Ihren Vorsitzender Karl Haman enthebt der LDP-Parteivorstand am 11.12.1952 seines Amtes. Am 14.12. 1952 wird er aus der LDP ausgeschlossen und die Annullierung seines Volkskammermandates beantragt. Zuvor wurde er für Versorgungsmängel verantwortlich gemacht. Einen Tag später verliert er seinen Ministerposten und sein Fall wird als "umfangreiches Wirken verbrecherischer Elemente" zur weiteren Verfolgung dem MfS überwiesen.

Am 12.07.1952 erklärt der Politische Ausschuss des LDP-Zentralvorstandes seine Zustimmung zum "Aufbau des Sozialismus in der DDR". Organisiert wird die Partei nach dem demokratischen Zentralismus. Die Betriebs- und Hochschulgruppen werden aufgelöst.

Die LDPD hatte in der Volkskammer 52 Abgeordnete, in den Bezirkstagen 319, in den Kreistagen 2 092, in den Gemeindevertretungen 6 456 und in den Stadtbezirksversammlungen 295. Die Mitgliedszahl lag bei 104 000.

Die VOB "Vorwärts" der LDPD hatte 9 Druckereien mit 6 Zweigbetrieben, 5 Zeitungsverlage mit 7 Handelseinrichtungen, sie gab 5 Zeitungen heraus, ein Buchverlag "Der Morgen" mit einem Zweigverlag "Prisma" Leipzig, 3 Ferienheime, ein Kinderferienlager und eine Verkaufsgalerie "Prisma" - Kunst und Literatur - Berlin.

Der Vorsitzende der LDPD Manfred Gerlach forderte 1988 Reformen. Noch vor Honeckers Sturz stellte er den Führungsanspruch der SED in Frage. Später machte er dann aber eine Rolle Rückwärts. Nach Honeckers Sturz am 18.10.1989 traute er sich nicht gegen Egon Krenz für das Amt des Staatsratsvorsitzenden zu kandidieren. Er unterstützte Krenz. Nach Krenz Rücktritt am 06.12.1989 wurde Gerlach als sein Stellvertreter amtierender Vorsitzender des Staatsrates und damit Staatsoberhaupt der DDR bis April 1990. Am 13.11.1989 unterlag Gerlach, Günter Maleuda von der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands, bei der Wahl zum Präsidenten der Volkskammer. Im November 1989 verteilte die LDPD Handzettel "Dem Sozialismus eine Chance". Darin heißt es: "Existenz und Gedeihen der DDR als sozialistischer Staat sind von fundamentaler Bedeutung für die Kräftekonstellation in Europa". In ihren Leitsätzen vom 05.12.1989 spricht sie von einem Aufbruch in der DDR und meint, "damit erhält die Idee des Sozialismus auf deutschem Boden eine neue Chance". Für den Abschied vom Sozialismus sprechen sich dagegen verschiedene LDPD-Gruppierungen aus.

Auf ihrem außerordentlichen Parteitag am 09./10.02.1990 im Dresdener Kulturpalast, vom Sozialismus ist keine Rede mehr, wird die LDPD in LDP umbenannt. Ausgerechnet, als in der DDR der Ruf "Deutschland einig Vaterland" erscholl, streicht die LDPD Deutschland aus ihrem Namen. Die Forderung sich FDP zu nennen findet keine Mehrheit. Der Name FDP war auch schon durch die Gründung der F.D.P. in der DDR am 04.02.1990 vergeben. In der LDP wurde die Gründung der F.D.P. in der DDR als gegen die LDP gerichtet angesehen. Vorsitzender der LDP wird Rainer Ortleb. Nach Gerlachs Abschiedsrede erhoben sich die Delegierten und spendeten Applaus. Nur die westdeutsche F.D.P.-Abordnung blieb sitzen. Gäste des Parteitages waren u.a. Hans-Dietrich Genscher und Otto Graf Lambsdorff. Auf Wunsch der F.D.P. aus Bonn wurden auch die F.D.P. der DDR und die Deutsche Forumpartei (DFP) zu dem Parteitag eingeladen. Die F.D.P. der DDR verteilte auf dem Parteitag Flugblätter indem zum Übertritt aufgefordert wird.

Auf Druck der westdeutschen F.D.P wurde in Dresden zwischen der LDP, der F.D.P. der DDR und die DFP ein Wahlbündnis geschlossen, welches am 12.02.1990 in Berlin vorgestellt wird. Wolfgang Mischnik von der bundesdeutschen F.D.P. wird Wahlkampfkoordinator.

Große Angst hatte die bundesdeutsche F.D.P. davor, die wesentlich Mitgliederstärkere LDP könnte zu viel Einfluss auf eine gesamtdeutsche Partei erhalten. In der Frage Entschädigung vor Rückgabe, oder nicht?, rief Rainer Ortleb Otto Graf Lambsdorff an, um dann dessen Standpunkt als LDP-Standpunkt zu übernehmen, Rückgabe vor Entschädigung.

Im Juli forderten die Liberalen den Beitritt der DDR zur BRD zum 01.12.1990. Der Beschluss sollte noch vor der Sommerpause erfolgen. Unterstützung erhielt die Liberale Fraktion von der SPD. Die Liberalen setzten sich für ein einheitliches Wahlgebiet mit einheitlichem Wahlrecht und Sperrklausel für die anstehende Bundestagswahl ein. Die PDS sollte aus dem Bundestag ferngehalten werden. Am 08.08.1990 stimmte die liberale Fraktion für den CDU-Antrag, gesamtdeutsche Wahlen am 14.10.1990 abzuhalten. Bereits einen Tag später beschließt die Bundesregierung, gesamtdeutsche Wahlen am 02.12.1990 stattfinden zu lassen.)
LDZ Liberal-Demokratische Zeitung (Bezirkszeitung der LDPD)
LE Ladeeinheit

Leistungselektronik
Leit-BfN Leitbüro für die Neuererbewegung
LEW Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Henningsdorf
LFM Leipziger Frühjahrsmesse
LFN Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft
LfV Liga für Völkerfreundschaft der DDR
LGZ leistungsorientierte Gehaltszuschläge
LHD Lehrer im Hochschuldienst
LHM Leipziger Herbstmesse
LI Leitungsinformation
LIA Landtechnische Industrieanlagen

Landwirtschaftliches Instandhaltungs- und Ausbesserungswerk
LIB Linke internationale Bewegung (gegründet am 15.03.1990 in Leipzig)
LiK Arbeitskreis Homosexuelle Selbsthilfe - Lesben in der Kirche (gegründet 1982 in Berlin)
LILA linksliberale Alternative - LILA - demokratische Jugend
lilo
Logo der Frauengruppe lila offensive
lila offensive
Lila Pause Lesbengruppe in Leipzig, sie gab ab 1989 die "Lesbenpost" heraus.
LIO Landstraße 1. Ordnung
Lipsi Modetanz (um die Jugend vor der westlichen Dekadenz zu schützen)
LISA Arbeitsgemeinschaft der Frauen der PDS
LIW VEB Landtechnische Instandsetzungswerke
LJV Landjugendverband (der LJV wurde am 24.02.1990 in Leipzig gegründet)
LK Landeskirche
LKG Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel
LKR Luftkissenrasenmäher LKR 42, produziert im VEB Turbowerke Meißen
LL Landesleitung

Linke Liste
LL/PDS Linke Liste/Partei des Demokratischen Sozialismus
LLB Liefer- und Leistungsbedingungen
LM Leipziger Messe
LMA Leipziger Messeamt
LMB Volkseigene Betriebe des Leichtmaschinenbaus
LN landwirtschaftliche Nutzfläche
LO Kleinlastertyp (VEB Robur-Werke Zittau)
Leiter Ökonomie
LOS leistungsorientierter Schichtzuschlag
LPG Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (Es gab in der DDR zweierlei Genossenschaftsrecht. Das LPG-Gesetz und das Genossenschaftsrecht aus den 20er Jahren.)
LPG (G) LPG (Gemüseproduktion)
LPG (O) LPG (Obstproduktion)
LPG (P) LPG (Pflanzenproduktion)
LPG (T) LPG (Tierproduktion)
LPKK Landesparteikontrollkommission (der SED)
LR Lausitzer Rundschau (Die Lausitzer Rundschau war die SED-Bezirkszeitung für den Bezirk Cottbus. Die Zeitung erschien in 15 Ausgaben und hatte eine Auflage von 293 000 Exemplaren. Ab dem 18.01.1990 stand im Untertitel "unabhängig". Die LR kooperierte mit der Saarbrücker Zeitung.)
LS Luftschutz
LSA Landessportausschuss
LSB Linker Schülerbund (gegründet am 29.11.1989 in Rostock)
LSG Landschaftsschutzgebiet
LSK Leistungssportkommission

Luftstreitkräfte
LT Landtag
LTA Landtechnischer Anlagenbau

Lufttechnische Anlagen Dresden
LuK Lehrer für die unteren Klassen
LUST Arbeitskreis "nicht nur Lesben und Schwulentreff" (Er ging am 19.01.1990 aus dem Arbeitskreis Homosexualität Eisleben hervor. Am 06.03.1990 wurde ein Antrag auf staatliche Anerkennung gestellt. Der Arbeitskreis wird ein eingetragener Verein, AK LUST e.V.)
LV Landesvorstand
LVB VEB Kombinat Leipziger Verkehrsbetriebe
LVD Luftverteidigungsdivision (NVA)
LVG Lehr- und Versuchsgut
LVO Landesverteidigungsorgane

Landesverteidigungsobjekt

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LVS Landesverband Spedition
LVZ Leipziger Volkszeitung
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LWR Landwirtschaftsrat beim Ministerrat
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LZ Lagezentrum

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