DDR 1989/90Brandenburger Tor


Mi. 23. Mai 1990


Verschuldete DDR-Betriebe können nach Worten von Elmar Pieroth "fallweise" mit Schuldenstreichungen rechnen. Das erklärte der frühere Westberliner Wirtschaftssenator, der heute als Wirtschaftsberater des DDR-Ministerpräsidenten wirkt am Mittwoch in einem Interview gegenüber dem Saarländischen Rundfunk. Seiner Meinung nach werde man dort wo Schulden "zufällig entstanden" seien, über ihre Streichung oder Reduzierung reden müssen. Wie Pieroth betonte, dürfe wegen der Schulden "kein VEB ins Strudeln kommen". Vielmehr werde man bei jedem Betrieb prüfen, wie die Verschuldung zustande gekommen sei, und dann überlegen, "inwieweit man sie streicht".

Wie der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung unterstrich, hätten die DDR-Betriebe mit dem Staatsvertrag eine "faire Startchance". Ihnen stehe danach eine etwa eineinhalbjährige Übergangsfrist bevor, bis die westlichen Wirtschaftsverhältnisse erreicht worden seien. Nach Pieroths Überzeugung wird es am Jahresende in der DDR weniger als eine Million Arbeitslose geben.
(Neues Deutschland, Fr. 25.05.1990)

Eine "Gemeinschaft zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur" wurde am Mittwoch in Berlin gegründet. Sie will sich national und international für humanistische Kinder- und Jugendliteratur und ihre Verbreitung einsetzen. Als Mitglieder können sich interessierte Bürger, gesellschaftliche Vereinigungen und staatliche Einrichtungen einschreiben.
(Neues Deutschland, Fr. 25.05.1990)

Der Ministerrat beschließt die Aufhebung der Lehrstühle und Dozenturen der Struktureinheiten für Marxismus-Leninismus. In Potsdam wird im Oktober 1990 die Sektion Marxismus-Leninismus der PH aufgelöst.