DDR 1989/90Brandenburger Tor


Mi. 16. Mai


Gegen alle Versuche, eine "Neuordnung der Medienlandschaft" in einem künftig geeinten Deutschland unter Einbeziehung des Deutschen Fernsehfunks über die Köpfe seiner 7 500 Mitarbeiter hinweg zu beraten und zu beschließen, hat sich der Personalrat des DFF am Mittwoch in einer Erklärung gewandt.

"Wir sind aufgebrochen, um uns mit unseren Landsleuten vor den Bildschirmen zu verbünden. Gemeinsam mit ihnen wollen wir die Vergangenheit bewältigen, der Gegenwart standhalten und in einem geeinten Deutschland die Zukunft meistern", heißt es darin. "Bei allem Respekt glauben wir, dass wir zwar vieles noch nicht, aber das, worauf es für die Zuschauer in der heutigen und bald ehemaligen DDR ankommt, besser können als ARD und ZDF. Man könne gut damit leben, der selbständige und gleichberechtigte Dritte im kameradschaftlichen Bunde der deutschen öffentlich-rechtlichen Anstalten zu sein. "Sollte das aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich sein, müsste es nach unserem Verständnis von Fairness auch in dieser Frage eine partnerschaftliche 1:1-Lösung geben. Und dann hätte nicht der Osten des Landes eine öffentlich-rechtliche Anstalt zu viel ..."
(Berliner Zeitung, Fr. 18.05.1990)