DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Mi. 13. September


Zu einer festlichen Tagung aus Anlass des bevorstehenden 40. Jahrestages der Gründung der DDR trat gestern in Berlin der Parteivorstand der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands zusammen. Die Festansprache hielt Parteivorsitzender Dr. Günther Maleuda.

Er unterstrich: Unwiderruflich hat der Sozialismus auf deutschem Boden Fuß gefasst. Zu den unumstößlichen und völkerrechtlich verankerten Realitäten in Europa gehört das Bestehen zweier unabhängiger souveräner deutscher Staaten. Führende Kreise der BRD haben ihren alten Anspruch auf das "ganze Deutschland" nicht aufgegeben, reden von einer "offenen deutschen Frage", einem "Deutschland in den Grenzen von 1937" und von der "Obhutspflicht" für alle Deutschen, sagte er. "Unsere Partei weist diese Anmaßungen, die gegenwärtige zügellose Hetze, die Verleumdungen und Einmischungen in die inneren Angelegenheiten der DDR seitens der BRD kategorisch zurück." Zu normalen Beziehungen gehörten vor allem die Anerkennung der Staatsbürgerschaft der DDR und die Aufgabe der Alleinvertretungsanmaßung durch die BRD.
(Berliner Zeitung, Do. 14.09.1989)

Der am Vortag in Frankfurt/Main zwischen FDGB und DGB begonnene Meinungsaustausch wurde am Mittwoch in Heidelberg mit örtlichen Gewerkschaftsvertretern fortgesetzt. Zum Auftakt der Beratungen werteten der Vorsitzende des FDGB-Bundesvorstandes, Harry Tisch, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED, und der Vorsitzende des DGB, Ernst Breit, ihr erneutes Zusammentreffen im Rahmen ihrer langjährigen Zusammenarbeit übereinstimmend als positiv und fruchtbar. Beide Delegationen hätten bisher einen konstruktiven, offenen und ehrlichen Dialog geführt, erklärte Harry Tisch auf entsprechende Journalistenfragen. Dabei seien keine der beide Gewerkschaften bewegenden Fragen ausgespart worden. Das betreffe auch aktuell-politische Themen sowie die Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten.

Die Repräsentanten beider Gewerkschaften, die am Nachmittag in Heidelberg ihren Gedankenaustausch über Aspekte der gewerkschaftlichen Interessenvertretung und Zusammenarbeit fortsetzen, besichtigten zuvor die historische Altstadt sowie das Heidelberger Schloss, das den pfälzischen Kurfürsten als Residenz diente. Im Anschluss daran gab der Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in der BRD, Botschafter Horst Neubauer, für die Gewerkschaftsdelegationen aus beiden Ländern ein Essen.
(Neue Zeit, Do. 14.09.1989)

Ungarn erhält von der BRD einen Kredit in Höhe von 500 Millionen DM. Ein dementsprechender Vertrag liege jetzt unterschriftsreif vor, erklärte laut DPA in München ein Sprecher der Bayrischen Landesbank. Es sei beabsichtigt, dass die Hälfte des Gesamtkredits durch Staatsbürgschaften der BRD gesichert wird.
(Berliner Zeitung, Do. 14.09.1989)

Die Initiative Demokratische Erneuerung Dresden veröffentlicht ihren Aufruf "Was wollen wir?". Die Basisgruppen in der DDR werden aufgefordert gemeinsam gegen die Politbürokratie zu kämpfen. Die DDR befindet sich in einer sozialen, ökonomischen, ökologischen und politischen Krise.