DDR 1989/90Brandenburger Tor


Di. 19. September 1989


Der Wunsch der Bundessynode der Evangelischen Kirchen nach "demokratischer Parteienvielfalt" in der DDR ist in einem Katalog mit Reformforderungen enthalten, der am Dienstag in Eisenach zum Abschluss der füntägigen Synode verabschiedet wurde.

Vor dem Hintergrund der "Massenauswanderung" von DDR-Bürgern und der Stimmung im Lande setzt sich das Kirchenparlament für eine "offene und öffentliche Auseinandersetzung mit unseren gesellschaftlichen Problemen" ein. Zu einem solchen Dialog gehöre auch „eine Öffnung der bisherigen politischen Strukturen". Die Synodalen setzen sich für "Reisefreiheit für alle Bürger", die Möglichkeit friedlicher Demonstrationen ein sowie "ein Wahlverfahren, das die Auswahl zwischen Programmen und Personen ermöglicht und Wirtschaftsreformen".
(Frankfurter Rundschau, Mi. 20.09.1989)

In 12 der 15 DDR-Bezirken beantragt das Neue Forum die Zulassung nach § 3 der Verordnung vom 06.11.1975.

Wegen der großen Anzahl von Ausreisebegehrenden aus der DDR wird die BRD-Botschaft in Warschau geschlossen.

In der Botschaft halten sich rund 110 Bürger aus der DDR auf.