DDR 1989/90Brandenburger Tor


Fr. 8. September 1989


Wie ADN erfährt, haben die Bürger der DDR, die sich in der Ständigen Vertretung der BRD in Berlin aufhielten, die diplomatische Einrichtung freiwillig verlassen. Sie kehren in ihre Heimatorte zurück.

Wie es in einer Erklärung der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR heißt, wurden die Bürger der DDR, die sich in der Ständigen Vertretung der BRD aufhielten, umfassend über die Situation unterrichtet, so dass sie in die Lage versetzt wurden, ihre selbständige Entscheidung zu treffen. Alle Facetten des Problems wurden dargelegt, es, wurde keinerlei Druck auf die Betroffenen ausgeübt. Zusagen zur Ausreise wurden nicht gegeben, aber die umfassende anwaltliche Betreuung wurde zugesagt. An den Gesprächen nahmen neben dem Leiter der STÄV, Dr. Bertele, Rechtsanwalt Prof. Dr. Vogel, Staatssekretär im BMB, Dr. Priesnitz, und der Vorsitzende des Berliner Kollegiums der Rechtsanwälte, Dr. Gysi, sowie Dr. Stagulla, teil.
(Neues Deutschland, Sa. 09.09.1989)

Die Ständige Vertretung bleibt vorerst geschlossen.

Wegen der anhaltenden Unsicherheit über den Beginn der legalen Massenausreise aus Ungarn ist die Zahl der Fluchten über die ungarisch-österreichische Grenze wieder deutlich gestiegen. Ein Sprecher des burgenländischen Roten Kreuzes sagte am Freitag, in der vergangenen Nacht seien mehr als 100 DDR-Bürger in die österreichischen Roten-Kreuz-Stationen gekommen. Die meisten Flüchtlinge seien zuvor in ungarischen Lagern gewesen.
(Frankfurter Rundschau, Sa. 09.09.1989)