DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Mi. 27. September


Eine Lösung für die rund 400 DDR-Ausreisewilligen, die sich in der Warschauer BRD-Botschaft aufhalten, sei "auf gutem Wege", erklärt ein Sprecher des polnischen Außenministeriums.

bis hier aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR 1. Folge 2. Auflage Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990 ISBN 3-7303-0582-4

Erheblich zugenommen haben Solidarisierungsbekundungen von Kunst- und Kulturschaffenden für das "Neue Forum" bzw. für die bekannte "Resolution" der Unterhaltungskünstler sowie von diesem Personenkreis ausgehende Aktivitäten zu deren Propagierung. Eine besondere Rolle spielen dabei bestimmte Personenkreise in einigen Bezirksvorständen des Verbandes Bildender Künstler sowie Liedermacher und andere Vertreter der Unterhaltungskunst.

So verlas der Vorsitzende des Bezirksvorstandes des Verbandes Bildender Künstler Dresden auf einer Sekretariatssitzung des Vorstandes am 27. September 1989 den Gründungsaufruf des "Neuen Forums" und die "Resolution" der Unterhaltungskünstler. Er äußerte die Absicht, diese Materialien zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Auf einer Beratung des Bezirkvorstandes des Verbandes Bildender Künstler Rostock am 27. September 1989 initiierte ein namentlich bekannter Teilnehmer eine Diskussion zur gegenwärtigen Situation in der DDR, verbunden mit der Abfassung einer Resolution. Darin wird die Partei- und Staatsführung u. a. aufgefordert, den "offenen politischen Dialog mit allen politischen Kräften unseres Landes" zu führen. Die Tätigkeit des "Neuen Forums" wird "ausdrücklich begrüßt" (Die Resolution wurde mit 22 Ja-Stimmen bei 5 Gegenstimmen verabschiedet.) Alle Teilnehmer der Beratung erhielten durch Verlesen Kenntnis vom Gründungsaufruf des "Neuen Forums" und von der "Resolution" der Unterhaltungskünstler.
(MfS, ZAIG, Nr. 434/89, Mo. 02.10.1989)

In der Paulskirche in Schwerin treffen sich Anhänger des Neuen Forum aus dem Norden der Republik.

In der Berliner Bartholomäusgemeinde stellen sich Demokratie Jetzt, das Neue Forum und die Initiativgruppe zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR vor. Konrad Weiß von Demokratie Jetzt fordert das Ende der Führungsrolle der SED.

Bei einem Treffen Dresdner Umweltgruppen wird die Forderung nach einer Umweltzeitschrift erhoben. Es werden Arbeitsgruppen gebildet und gemeinsame Sprecher gewählt.

Auf der Nationalen Gesundheitskonferenz kritisierte der DDR-Gesundheitsminister, Klaus Thielmann, Flüchtlinge aus dem Gesundheitswesen. Flucht sei ein unentschuldbarer Verstoß gegen Berufsethos und elementare Menschlichkeit. Ein guter Arzt lasse seine Patienten nicht im Stich, meinte er.

Erich Honecker billigt den von Erich Mielke vorgelegten "Plan der Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit während des 40. Jahrestages der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik - 6. bis 8. Oktober 1989".

DDR-Außenminister Oskar Fischer trifft am Rande der UN-Vollversammlung mit dem BRD-Außenminister Hans-Dietrich Genscher zusammen.