DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Do. 28. September


Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth (CDU), hat die auf Einladung der SPD in Stuttgart weilende Delegation der SED-Bezirksleitung Dresden unter Leitung ihres 1. Sekretärs, Hans Modrow, Mitglied des ZK der SED, am Donnerstag in seinem Amtssitz zu einem Gespräch empfangen. Anschließend erklärten beide Politiker vor der Presse, es sei ein nützlicher, offener und guter Meinungsaustausch gewesen, in dem alle aktuellen Fragen behandelt worden seien. Späth betonte, normale Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten seien wichtig. Er erinnerte daran, dass diese Beziehungen auf einer ganzen Reihe von abgeschlossenen Abkommen basierten. Auch die wirtschaftliche und kulturelle Kooperation zwischen beiden Staaten gehe auf dieser Grundlage weiter. An dem Gespräch nahm auch der Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in der BRD, Botschafter Horst Neubauer, teil.
(Neues Deutschland, Fr. 29.09.1989)

DDR-Rechtsanwalt Vogel versucht die Flüchtlinge in der BRD-Botschaft in Warschau zur Rückkehr in die DDR zu bewegen. Ihre Ausreise könne in den nächsten Wochen erfolgen. Die Mehrheit der Flüchtlinge lehnt dies ab und besteht aus einer direkten Ausreise in die BRD. Rund 50 Flüchtlinge wählen den von Vogel vorgeschlagenen Weg über die DDR.

In der Prager Botschaft der BRD halten sich 2 000 Flüchtlinge auf. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuz, Prinz Sayn-Wittgenstein und die Staatssekretärin im Auswärtigen Amt der BRD, Irmgard Adam-Schwaetzer, reisen nach Prag. Es sollen Hilfsmöglichkeiten für die DDR-Flüchtlinge auf dem Gelände der BRD-Botschaft erkundet werden. In der Vorhalle der Botschaft wurde eine Großküche eingerichtet.

Die SED-Kreisleitung Anklam informiert die dortige Kreisdienststelle des Ministerium für Staatssicherheit darüber, dass dem Intendanten des Anklamer Theater eine Willenserklärung übergeben wurde, zur Unterstützung des Neuen Forum. Unterschrieben von acht Mitarbeitern, darunter ein IM.