DDR 1989/90Brandenburger Tor

04.12. Der Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft stimmt dem Einigungsvertrag zu

13.12. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag wird in der französischen nationalversammlung ratifiziert

15.12. Auf den Frequenzen von DFF 1 sendet nun ARD und ZDF

15.12. In den Deutschen Sportbund werden die Landesverbände Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgenommen

15.12. Der Jugendherbergs-Hauptverbandes löst sich zum 31.12.1990 auf

22.12. Der Aufenthalts- und Abzugsvertrag der sowjetischen Streitkräfte aus der BRD sowie der Überleitungsvertrag tritt in Kraft

31.12. Die Sozialversicherung der ehemaligen DDR stellt ihre Geschäftstätigkeit ein

31.12. Der Verband der Theaterschaffenden löst sich auf

31.12. Der Club der Kulturschaffenden "Johannes R. Becher" löst sich auf.


Di. 11. Dezember 1990


Berlin (b.r.) Zu Krawallen kam es gestern Abend bei der ersten Gesamtberliner Grundstücksauktion nach dem Krieg im Palais des Kulturbundes. Die Polizei räumte den völlig überfüllten Auktionssaal vorübergehend, in dem Demonstranten versucht hatten, die Versteigerung zu verhindern. Schon vor offiziellem Beginn der Veranstaltung hatten Dutzende Angehörige einer Mietergemeinschaft vor allem gegen die Versteigerung des Hauses Kollwitzstraße 52 im Prenzlauer Berg protestiert. Sie verteilten Flugblätter, in denen die sofortige Aussetzung der Auktion verlangt wurde.

Insgesamt sollten aus beiden Teilen der Stadt 14 Miets- und Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen sowie ein Wassergrundstück unter den Hammer kommen. Im Auktionssaal herrschten chaotische Zustände. Die Demonstranten besetzten den Mittelgang und machten durch Zwischenrufe und ständiges Pfeifen einen geordneten Beginn der Versteigerung unmöglich. Hans Peter Plettner, vom Senator für Wirtschaft öffentlich bestellter und vereidigter Grundstücksauktionator, forderte die Protestler mehrfach auf, den Saal friedlich zu verlassen. Als sie dem nicht nachkamen, schritt die von Beginn an anwesende Polizei ein. Dazu ihr Einsatzleiter: "Wir hätten lieber auf Zwangsmittel verzichtet."

Wie Mieter des Zehnfamilienhauses Kollwitzstraße 52 betonten, hätten sie durch vielfältige Eigeninitiativen das Haus selbst instandgehalten. Während der Diskussion vor dem Hause wurde verschiedentlich empört darauf hingewiesen, dass in Ostberlin 18 000 Wohnungen leerstehen. 125 Häuser sind allein im Stadtbezirk Friedrichshain, in dem die Mainzer Straße liegt, nicht bewohnt.
(Der Morgen, Mi. 12.12.1990)

Tarifabschluss für die Papierindustrie. Pauschalzahlung für die Monate Januar, Februar und März 1991. Ab 1. April 1991 Manteltarifvertrag mit einer 40-Stunden-Woche und Lohn- und Gehaltstarifverträge. 30 Tage Urlaub ab 01.01.1991. Wechselschichtler im 3- oder 4-Schichtturnus die schichtplanmäßig Nachtschicht zu leisten haben, erhalten zwei zusätzliche Urlaubstage.

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