DDR 1989/90Brandenburger Tor

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22.12. Der Aufenthalts- und Abzugsvertrag der sowjetischen Streitkräfte aus der BRD sowie der Überleitungsvertrag tritt in Kraft

31.12. Die Sozialversicherung der ehemaligen DDR stellt ihre Geschäftstätigkeit ein

31.12. Der Verband der Theaterschaffenden löst sich auf

31.12. Der Club der Kulturschaffenden "Johannes R. Becher" löst sich auf.


Mo. 3. Dezember 1990


Zahlungsbürgschaften der Bundesregierung für Lieferungen nach Osteuropa und Chancengleichheit auf dem Markt der neuen Bundesländer fordern die Betriebsräte der Feinkeramischen Industrie in einem offenen Brief an den thüringischen Ministerpräsidenten, Josef Duchac, für ihre Unternehmen. In dem ADN übermittelten Schreiben wenden sich die Autoren gegen den Ausverkauf ihres traditionellen Industriezweiges.

Die ursprüngliche Devise, von der DDR-Industrie "zu retten was zu retten ist", sei nicht mehr aktuell. Auch von den hochmotivierten Menschen der ehemaligen DDR, denen gute Aussichten eingeräumt wurden, die Betriebe umzuprofilieren und zu sanieren, sei keine Rede mehr, heißt es in dem Brief. Statt dessen scheine die Stilllegung unbequemer Betriebe ohne Rücksicht auf jahrzehntelang produzierte verkaufsfähige Produktionssortimente das "Geheimrezept" der Treuhand zu sein.

In dem Schreiben wird die umgehende Bildung von Aufsichtsräten verlangt, damit längst fällige Entscheidungen getroffen werden können. Weitere Forderungen sind die Entschuldung von Krediten, die vor der Währungsunion aufgenommen werden mussten, schnelles, unbürokratisches Handeln der Treuhand, um Besitzverhältnisse sowie die Sanierungswürdigkeit zu klären und die Mitbestimmung der Arbeitnehmervertretungen beim Verkauf von Volkseigentum.

Die Betriebsräte fragen besorgt, was aus den Kommunen werden soll, wenn sich die Industrie rückläufig entwickelt und die Steuern ausbleiben. Mit westdeutschen Waren bestückte Verbrauchermärkte nutzten den Menschen nichts, wenn die Möglichkeiten zum Geldverdienen begrenzt seien. (ADN)
(Tribüne, Mo. 03.12.1990)

Nach Angaben der Treuhandanstalt werden die bis zum 3. Dezember 1990 ausgeschriebenen 400 Geschäfte und rd. 220 Gaststätten im ehemaligen Bezirk Magdeburg zu 80 % an einheimische Bewerber gehen.

Die in Berlin erscheinende Abendzeitung "BZA" erscheint ab heute als "Berliner Kurier am Abend".

Neuer Hausherr im ehemaligen Polizeikrankenhaus in Berlin ist die Bundeswehr.

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