Mi. 18. Oktober 1989


Link zur Rede von Egon Krenz 18.10.1989

In einem Telefoninterview sagte Bärbel Bohley zur Ablösung Erich Honeckers und zur Wahl Egon Krenz: "Die erste Reaktion war eigentlich mehr ein Schrecken und nicht so sehr eine Erleichterung. Denn irgend wo steht der Egon Krenz nicht für Reformen, sondern Egon Krenz steht im Grunde genommen für alles das, was wir hier verändern wollen. Er steht ja für Härte. Er steht für ja im Grunde genommen für Macht und ich glaube, dass wenig Leute mit Egon Krenz Hoffnung verbinden.

In seiner Rede, ausgestrahlt von DDR-Fernsehen, sagte Egon Krenz: "Mit dem heutigen Tage werden wir eine Wende einleiten." Mit der "Wende" prägte er die bis heute meistgebrauchte Bezeichnung für die Ereignisse 1989/90 in der DDR.

In einer Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg versammeln sich Berliner Gruppen des Neuen Forum.

Die erste Nummer des Informationsblattes "Neues Forum Leipzig" erscheint.

Hans-Jochen Tschiche vom Neuen Forum spricht in der Martinigemeinde in Halberstadt. Er forderte, dass mit der Verdummung der Massen aufgehört werden muss. Den Wechsel von Honecker zu Krenz sei nicht ausreichend. Seine Rede löste Begeisterungsstürme aus. Für die Mitarbeit schreiben sich Bürger in Arbeitsgruppenlisten ein.

Im Potsdamer Stadtteil Babelsberg findet eine Informationsveranstaltung des Neuen Forum statt. Der Andrang ist so groß, dass sie zweimal wiederholt werden muss.

Wegen des großen Andrangs muss eine Informationsveranstaltung des Neuen Forum in Frankfurt vom Gemeindehaus St. Georg in die St. Georgenkirche verlegt werden. Es wird die Legalisierung des Neuen Forum gefordert.

Zu einem Friedensgebet versammeln sich in der Martinikirche in Halberstadt rund 1 000 Personen.

Im Zentralorgan der LDPD, Der Morgen, wird die Resolution der Unterhaltungskünstler vom 18.09.1989 abgedruckt.

Zu einer Bezirksparteiaktivtagung der SED wird in die Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin geladen.

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