Fr. 27. Oktober 1989


Die Botschaft der DDR in Polen hat bisher alles getan, um die zwischen den Regierungen der DDR, Polens und der BRD vereinbarte humanitäre Regelung für die in der Warschauer BRD-Botschaft befindlichen DDR-Bürger so schnell und reibungslos wie möglich zu verwirklichen. Das erklärte der Leiter der Konsularabteilung der Botschaft, Dr. Peter Krause, gegenüber ADN. Die Realisierung der genannten Vereinbarung habe - am Montag, dem 16. Oktober, begonnen und dauere seither an. "Bislang erhielten wir Anträge auf ständige Ausreise aus der DDR von rund 2 400 DDR-Bürgern. Wir sind bestrebt, diese in sehr kurzer Frist zu bearbeiten. Durch große Anstrengungen vieler Mitarbeiter der Botschaft und zusätzlicher Kräfte konnten bis zum heutigen Tag 1 470 Bürgern die entsprechenden Dokumente ausgehändigt werden."

Das Tempo der hiermit verbundenen Arbeiten sei schrittweise erhöht worden, erklärte der Leiter der Konsularabteilung weiter. "Das verdeutlicht unser Bemühen, dem humanitären Charakter dieser Maßnahme Rechnung zu tragen und die Belastungen für die Volksrepublik Polen, die sich aus dem Aufenthalt dieser Bürger in Warschau ergeben, so gering wie möglich zu halten."

Rund 700 neue Anträge seien erst am Donnerstag und Freitag vorgelegt worden, gab Dr. Peter Krause weiter bekannt. Er könne versichern, dass deren Bearbeitung ebenfalls in kurzer Zeit erfolge. Seitens der zuständigen Organe Polens sei zu jeder Zeit eine kooperative Haltung zu verspüren gewesen.
(Neues Deutschland, Sa. 28.10.1989)

Auf einer Pressekonferenz in Bonn ruft Steffen Reiche von der SDP die DDR-Bürger dazu auf im Land zu bleiben.

In der St. Peter Kirche im Ortsteil Törten von Dessau gründet sich die Dessauer Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP). Die Gründung der SDP in Halle erfolgt in einer Privatwohnung in der Großen Steinstraße. Der 04.11., der Tag der ersten Sitzung in der evangelischen Studentengemeinde, gilt als offizielles Gründungsdatum.

In Senftenberg gründet sich eine Basisgruppe des Neue Forum.

In Karl-Marx-Stadt findet das zweite Rathausgespräch mit der Gruppe der 25 statt.

Am Abend wird in der Johanniskirche, der Kreuzkirche und der Michaeliskirche über das Rathausgespräch berichtet. Anschließend stellen sich neu gebildete Gruppen und Parteien vor.

Im Anklamer Rathaus konstituiert sich eine Bürgerversammlung.

Die erste Dialogveranstaltung geht in Lübben über die Bühne. Mit dabei ist der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung.

Zu einem Rathausgespräch finden sich rund 600 Personen in den Plenarsaal des Rates der Stadt Plauen ein.

Die über 150 DDR-Bürger, die in die BRD-Botschaft in Prag geflüchtet sind, werden mit Bussen in die Bundesrepublik gebracht. Zuvor wurden sie in der DDR-Botschaft in Prag aus der DDR-Staatsbürgerschaft entlassen und ihnen Ausreisepapiere ausgestellt.

Δ nach oben