DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Linkes Spektrum in Dresden

Christoph A(...), du bist Mitinitiator für eine Jugendvereinigung "Links Spektrum" in Dresden. Als Dachorganisation für mehrer Jugendverbände?

Nein, als eine parteiunabhängige Jugendorganisation. Spektrum bedeutet ja Breite. Wir wollen links von der Mitte sein. Und damit für all jene, die sich politisch dort sehen, offen sein. Also auch für Christen und Atheisten gleichermaßen. Die FDJ war früher der einzige Jugendvertreter. In Dresden ist mit ihr nicht mehr viel los. Das Vakuum ist da.

Wo wollt ihr auch stark machen?

Auf kommunaler Ebene natürlich im Freizeitbereich. Wir sind zum Beispiel dagegen, dass Jugendklubs geschlossen werden, Gelder für die Jugend gestrichen werden. Außerdem: Wenn hierzulande Demokratie praktiziert werden soll, muss man schon Jugendlichen die Freiheit geben, in Parlamenten mitzuentscheiden.

Ihr sprecht euch gegen "destruktive Behauptungskämpfe" aus ...

Weil sie nichts bringen. Wir wollen in der linken Bewegung eine Einigung erreichen. Basis dafür könnten solche unserer Positionen wie die volle Durchsetzung der Menschenrechte und des Antifaschismus als Grundprinzipien in der Gesellschaft, die Bewahrung des inneren und äußeren Friedens, Umweltbewusstsein, soziale Sicherheit und Gleichberechtigung auf allen Ebenen sein.

Wie ist Kontakt möglich?

Am besten über "Linkes Spektrum", Schaufußstraße 35, Dresden, 8021. Wenn's ganz schnell sein muss, auch über Tel. (...).

Matthias Lok

aus: Neues Deutschland, 45. Jahrgang, Ausgabe 29, 03.02.1990. Die Redaktion wurde 1956 und 1986 mit dem Karl-Marx-Orden und 1971 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold ausgezeichnet.