DDR 1989/90 Brandenburger Tor

Was wird aus den ehemaligen WBA?

Der Runde Tisch des Stadtbezirks Mitte schlägt vor, die Räumlichkeiten der ehemaligen Wohnbezirksausschüsse der Nationalen Front (WBA) und deren finanzielle Mittel für die neu entstandenen und entstehenden Bürgerbewegungen und Wählerinitiativen zu nutzen. Er lehnt jedoch ab, die Strukturen der ehemaligen WBA zu übernehmen. Das geht aus einer Erklärung hervor, die im Auftrag des Runden Tisches Superintendent Joachim Koppehl und Dr. Gerhard Pahl, Vorsitzender des Kreisverbandes der NDPD, unserer Redaktion übergaben.

Dem Runden Tisch, heißt es weiter, seien Entwürfe einer "Nationalen Bürgerbewegung in der DDR. Otto-Grotewohl-Straße 19 d" zugeleitet worden, die darauf abzielen, den Bürgerbewegungen Satzung und programmatische Leitsätze zu geben. Das wird vom Runden Tisch als Form des ehemaligen demokratischen Zentralismus entschieden abgelehnt; es widerspricht wirklicher Basisdemokratie.

Der Runde Tisch schlägt stattdessen vor, die Tätigkeit der bisherigen Organe der Nationalen Front einzustellen, die Bürgerinitiativen durch Gesetz juristisch zu regeln, die Räumlichkeiten der WBA als Bürgertreffs für jedermann zu öffnen und die finanziellen Mittel auf ein Sonderkonto beim zuständigen örtlichen Staatsorgan zu überweisen, wo sie zweckgebunden verwaltet werden.

Berliner Allgemeine, Di. 13.03.1990