Wir brauchen einen neuen Arbeitsstil

Positionspapier des Berliner FDGB-Bezirkvorstandes

Berlin (ADN)

Die Berliner Gewerkschaftsorganisation stellt sich den Fragen und Problemen der Zeit. Schmerzlich berührt vorn großen Vertrauensverlust, den auch der FDGB erlitten hat soll unter Berücksichtigung der Ursachen dafür auf neue Weise an die bevorstehenden Aufgaben herangegangen werden. Das wird In einer am Mittwoch dem ADN übergebenen Erklärung betont, die die Position des Berliner FDGB-Bezirksvorstandes zu den gegenwärtigen Aufgaben gewerkschaftlicher Interessenvertretung enthält. "In unserer Arbeit muss und wird ein neuer Arbeitsstiel einziehen, heißt es in dem Positionspapier, das Sofortmaßnahmen und langfristig, Überlegungen zur Diskussion stellt.

Als eine der Sofortmaßnahmen wird den Gewerkschaftsgruppen die Beratung darüber vorgeschlagen, wie unter Ausschöpfung aller Reserven die Planaufgaben 1989 erfüllt werden. "Wir stehen hinter der Forderung der Werktätigen, die höhere Kontinuität der Produktion, bessere Arbeitsorganisation, Ersatzteil-, Material-und Werkzeugbereitstellung zu sichern." Von allen staatlichen Leitungsebenen werde erwartet, Bedingungen zu schaffen, die es den Werktätigen ermöglichen, gut zu arbeiten und den Leistungen entsprechendes Geld zu verdienen.

Ausgehend vorn Anspruch an den Sozialismus als Leistungsgesellschaft. In der der Mensch im Mittelpunkt steht, wird vorgeschlagen, den geplanten Lohnfonds vollständig auszuschöpfen. "Bei Erfüllung bzw. Überbietung der wichtigsten Kennziffern der Leistungsbewertung mit einer geringeren Anzahl von Arbeitskräften, als der Plan vorsah, sind bis zu 50 Prozent der für die fehlenden Arbeitskräfte geplanten Lohnmittel im Kollektiv zur Anerkennung dieser außerordentlichen Arbeitsergebnisse zu verwenden. Es gilt, den Grundsatz durchzusetzen, dass sich sowohl vorbildliche als auch unzureichende Leistungen in der Lohntüte des einzelnen auswirken."

Es werden eine Reihe Maßnahmen unterbreitet, wie Vorschläge, Hinweise und Kritiken in konsequenter Wahrnehmung der Verantwortung jeder Leitungsebene zu berücksichtigen seien. Der Magistrat und der Bezirksvorstand, so heißt es weiter, legen ihren gewählten Organen einen gemeinsamen Beschluss zur weiteren Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen vor. An anderer Stelle werden alle Vorstände und Leitungen des FDGB aufgefordert, noch konsequenter den Anspruch auf die umfangreichen Leistungen der Sozialversicherung zu gewährleisten und jeglichen Missbrauch auszuschalten.

Das Sekretariat des FDGB-Bezirksvorstandes, so wirst mitgeteilt, hat festgelegt, einen ständigen Konsultationsstützpunkt für Mitglieder des FDGB im Haus des Bezirksvorstands in der Wallstraße zu eröffnen Dort werden Gewerkschaftsfunktionäre werktags von 15 bis 18 Uhr Rede und Antwort stehen.

Für die schnelle Weitergabe zurückgegebener Ferienplätze seien Vermittlungsstellen bei allen FDGB-Kreisvorständen zu eröffnen. Außerdem wird die Aufgabe gestellt, acht Arbeitsgruppen zu konstituieren. Sie sollen sich unter anderem mit Inhalt, Formen und Methoden der Führung des sozialistischen Wettbewerbs, der Lohn- und Tarifpolitik, dem neuen Inhalt der Plandiskussion, Vorschlägen zur Konkretisierung des Arbeitsgesetzbuches sowie höherer Einflussnahme des FDGB auf Freizeit und Erholung der die Werktätigen befassen.

Tribüne, Organ des Bundesvorstandes des FDGB, Ausgabe Nr. 216 B, 45.Jahrgang, Do. 02.11.1989

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