Di. 5. Dezember 1989


Im Sitzungssaal des Stadthauses in Potsdam wird die Gründung eines Rat der Volkskontrolle beschlossen. Die Gründungsversammlung findet einen Tag später statt.

In Erfurt bildet sich im Rathaus ein Bürgerkomitee aus Parteien und Bürgerinitiativen mit einem Bürgerrat.

Militärstrafgefangene in Schwedt legen die Arbeit nieder. Sie veröffentlichen einen Forderungskatalog. Sie wählten 5 Vertreter für Verhandlungen.

Das Innenministerium teilt mit, die "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" werden entwaffnet. Bewaffnung, Technik und spezielle Ausrüstung der Kampfgruppen werden vollständig in die Dienststellen der Organe des Ministeriums für Innere Angelegenheiten zurückgeführt.

Die Demokratische Bauernpartei Deutschlands und die Liberaldemokratische Partei Deutschlands beendet ihre Mitarbeit im "Demokratischen Block".

Das Präsidium des Parteivorstandes der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands fordert den Rücktritt des Staatsrats.

Rudi Mittig und Gerhard Neiber vom Amt für Nationale Sicherheit werden von ihren Amt entbunden. Außerdem 17 Leiter von größeren Dienstbereichen. Das Kollegium des Amtes für Nationale Sicherheit tritt geschlossen zurück.

Im Gebäude des Ministerrats in Berlin kommt es zu einem Gespräch zwischen Vertretern der DDR mit Hans Modrow an der Spitze und Bundesminister Rudolf Seiters. Anschließend wurde eine Presseerklärung abgegeben.

In Berlin kommt es zu einem Treffen zwischen dem Berliner Oberbürgermeister, Erhard Krack und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Walter Momper.

Nach dem Rücktritt des Politbüros und des Zentralkomitees der SED zwei Tage zuvor, wird von einem Angehöriger des Wachregiments Egon Krenz der Zutritt zum ZK-Gebäude nicht gestattet. Als er seinen Ausweis als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates vorzeigt, darf er passieren.

In Mühlhausen wird die örtliche SDP gegründet.

Als Einheit wird der SDP-Orts- und -Kreisverband Quedlinburg gegründet. Auf der 1. Kreisdelegiertenkonferenz am 30.01.1990 erfolgt die Trennung in Orts- und Kreisverband.

In der HO-Gaststätte "Glück Auf" in Pirna-Sonnenstein findet die erste Informationsveranstaltung der SDP statt.

Im Wichernhaus in Brandenburg (Havel) findet das 3. Plenum des Neuen Forums statt. Es wird ein "Grundkonsens" des Neuen Forums Brandenburg angenommen.

Der Rat des Kreises Rostock tritt zurück.

Der Rat der Stadt Gotha tritt zurück.

In Greifswald und in Rostock konstituieren sich Untersuchausschüsse.

In Magdeburg bildet sich ein Bürgerkomitee.

Die Bürgerinitiative "Kinderbewegung in der DDR" bildet sich.

Das Gebäude der SED-Kreisleitung Finsterwalde wird wegen Verdachts auf Aktenvernichtung kontrolliert. Pikanterweise gehören zu den Kontrolleuren auch Vertreter von CDU und NDPD, die selber kontrolliert gehören.

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