Mi. 15. November 1989


Seit dem 9. November sind durch die VP bis gestern früh 7 765 881 Visa für Privatreisen erteilt worden. Genehmigt wurden 13 579 Anträge auf ständige Ausreise aus der DDR. Dies teilte der Sprecher des Innenministeriums mit.
(Berliner Zeitung, Do. 16.11.1989)

Insgesamt 242 545 DDR-Bürger sind am Mittwoch zwischen 4.00 Uhr und 14.00 Uhr in die Bundesrepublik eingereist, teilt das Innenministerium in Bonn mit. 654 von ihnen hätten sich als Übersiedler registrieren lassen. Von den Besuchern seien 1 090 über die Grenze zur ČSSR gekommen. Darunter sei nur ein einziger Übersiedler gewesen.
(Neues Deutschland, Do. 16.11.1989)

Eine Demokratische Oppositionelle Plattform in Karl-Marx-Stadt wird vom Demokratischer Aufbruch, Grüner Partei, Initiative Vereinigte Linke, Neues Forum, der Sozialdemokratischen Partei in der DDR und von thematische Arbeitsgruppen gebildet.

Im Turmhaus des Wichernheimes wird eine Basisgruppe Frankfurt der Sozialdemokratischen Partei in der DDR gegründet.

Eine Basisgruppe der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt" wird in Rostock gegründet.

Erstes öffentliches Treffen der Initiative für unabhängige Gewerkschaften.

Der Rektor, Kurt Tiedke, wurde während einer Tagung des Parteiaktivs der Parteihochschule "Karl Marx" beim ZK der SED, abberufen. Zum amtierenden Direktor wird Götz Dieckmann gewählt.

Der Suhler Oberbürgermeister erklärt seinen Rücktritt. Ebenfalls zurück tritt der Vorsitzende der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR.

Verteidigungsminister Armeegeneral Heinz Keßler erklärt seinen Rücktritt.

Demonstriert wird in Bad Doberan, Demmin, Eisenberg, Greifswald, Halberstadt, Herzberg, Neustrelitz, Pasewalk und Strasburg. In mehreren Grenzorten fordern Demonstranten die Einrichtung von Grenzübergängen.

In Berlin findet eine turnusmäßige Dienstbesprechung des Kollegiums im Ministerium für Staatssicherheit mit den Leitern der Bezirksverwaltungen statt. Es wird die Umwandlung des Ministeriums für Staatssicherheit in ein Amt für Nationale Sicherheit mitgeteilt. Aufgaben sollen reduziert, Außenstellen geschlossen und Mitarbeiter aus dem Dienst ausscheiden. Leiter wird Generalleutnant Wolfgang Schwanitz.

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