Do. 2. November 1989


Rostock (ADN). Das Kur- und Erholungsheim des Bundesvorstandes des FDGB in Graal-Müritz künftig für die Behandlung von Patienten des Klinik-Sanatoriums "Richard Aßmann" zu nutzen, haben die Mitarbeiter der medizinischen Einrichtung in dem Kurort auf einer Vollversammlung gefordert. Auf diese Weise könne die Qualität der Behandlungen von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen erhöht und erweitert werden, stellten Oberarzt Dr. Eckhard Lazarus und Dr. Raimund Schulz fest.
(Neues Deutschland, Do. 02.11.1989)

In Eisleben findet die Gründungssitzung der SDP-Ortgruppe statt. Auch in Berlin-Pankow gründet sich eine örtliche SDP-Gruppe.

Vor rund 500 Teilnehmern in der Kirche in Lütte, Kreis Belzig stellt sich die SDP vor.

Vertreter des Neuen Forum werden zu einer außerordentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in Rostock eingeladen.

Eine Basisgruppe des Neuen Forum konstituiert sich in Falkenberg, Hoyerswerda und Merseburg.

In Möhra wird ein Informationsabend zur Vorstellung des Neuen Forum durchgeführt.

Gründungsveranstaltung der Basisgruppe "Konkret" in Freiberg.

In den Räumen der Paulsgemeinde in Schwerin wird über die neuen Gruppen und Parteien informiert.

Die Dialogveranstaltung im Kulturraum der Gießerei Ueckermünde muss wegen des großen Andrangs in den Ueckerpark verlegt werden.

In der Halle der Freundschaft in Nordhausen findet die erste einer Reihe von Podiumsdiskussionen statt.

Die SED-Parteileitung des VEB Florena Waldheim-Döbeln spricht sich in einem Schreiben an das ZK der SED für die Unabhängigkeit des Betriebes aus. Teil des VEB Chemische Werke Miltitz, der wiederum Betrieb des VEB Kosmetik Kombinat Berlin ist.

Erster Runde Tisch in Löbau (Bezirk Dresden).

Nach einer Verordnung des Ministerrats wird die Geheimhaltung der Umweltdaten beendet, es soll jährlich ein Umweltschutzbericht vorgelegt werden.

Das Amt des Regierungssprechers wird geschaffen.

Die Durchführung von Umweltschutzprojekten in Dresden wird mit Hamburg vereinbart. Seit 1987 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Hamburg.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestag, Karl-Heinz Hornhues, fragt im Auftrag des Bundeskanzlers Helmut Kohl Rainer Eppelmann wie die DDR-Bürger zur deutschen Einheit stehen.

In Bussen in Richtung Westdeutschland verlassen ehemalige DDR-Bürger die ČSSR. Zuvor wurden sie in der DDR-Botschaft in Prag aus der DDR-Staatsbürgerschaft entlassen. Dafür wurde zwischen der BRD- und der DDR-Botschaft in Prag ein Pendelverkehr eingerichtet.

"Am 2. November kam Egon Krenz nach Warschau, bereits als SED-Chef. Wir sprachen offen und ehrlich über das, was in seinem Staat geschehen ist. 'Kannst du dir vorstellen', fragte ich ihn, 'dass eines Tages 100 000 deiner Landsleute an die Mauer gehen und sie abzureißen beginnen?' Nach einem Moment des Nachdenkens erwiderte Egon: 'Das ist möglich.' Eine Woche später hörte die Berliner Mauer faktisch auf zu bestehen."
(Mieczyslaw Rakowski in der Wochenzeitung "DIE ZEIT" am Fr. 15.12.1989)

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