Di. 12. September 1989


Der Aufruf in eigener Sache wird von der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt veröffentlicht.

Neben dem Gründungsaufruf werden auch Thesen für eine demokratische Umgestaltung der DDR veröffentlicht.

Aufruf der Initiativgruppe für eine Sozialdemokratische Partei in der DDR.

Auf einer Veranstaltung der Bezirksorganisation Magdeburg des Kulturbundes gaben am Dienstag in den Kammerspielen der Bezirksstadt Mitglieder der sozialistischen Kulturorganisation Rechenschaft über ihre Arbeit vor dem 40. Jahrestag der DDR und vor dem XII. Parteitag der SED. Die 21 200 Mitglieder bereiten sich auf die gesellschaftlichen Höhepunkte mit vielfältigen Aktivitäten vor.

In einer auf der Veranstaltung verabschiedeten Willenserklärung heißt es unter anderem: "Von Anbeginn seiner Existenz ist der Kulturbund der Arbeiterklasse und ihrer Partei eng verbunden und verpflichtet. Wir bekennen uns zur Dialektik von Kontinuität und Veränderung unserer entwickelten sozialistischen Gesellschaft, wie sie seit dem VIII. Parteitag der SED erfolgreich praktiziert worden ist."
(Neues Deutschland, Mi. 13.09.1989)

Die Leipziger Herbstmesse diente der weiteren Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen Italien und der DDR, schrieb gestern die italienische Zeitung "Corriere della Sera". Das Blatt verweist auf den für Ende des Jahres angekündigten Produktionsbeginn einer von Fiat errichteten Vergaserfabrik. Mit Vertretern des Chemiekonzerns Enichem führe die DDR derzeit intensive Verhandlungen.
(Berliner Zeitung, Mi. 13.09.1989)

Bei einem Besuch des 1. Sekretärs des Zentralrats der FDJ, Eberhard Aurich, und dem Leiter der Abteilung Jugend des ZK der SED, Gerd Schulz, in Dierhagen bei Egon Krenz sagten sie zu ihm: "Mit Honecker geht es nicht mehr. Er muss weg. Ergreife du die Initiative." Schreibt Egon Krenz in seinem Buch "Herbst `89".

Am Nachmittag verlassen rund 250 DDR-Bürger die Prager BRD-Botschaft. DDR-Rechtsanwalt und Notar, Wolfgang Vogel, hatte zuvor Straffreiheit und eine beschleunigte und flexible Behandlung der Ausreiseanträge zugesagt. Etwa 210 DDR-Bürger bleiben in der Botschaft.

Bundeskanzler Kohl schickt ein Danktelegramm an den Ungarischen Ministerpräsidenten Németh. Anlass ist die Grenzöffnung nach Österreich für DDR-Bürger am 11.09. 0 Uhr.

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