Mo. 11. September 1989


Nach dem Montagsgebet wird in Leipzig erneut demonstriert. Es kommt zu 104 Festnahmen.

In Berlin führt der Friedrichsfelder Friedenskreis eine Diskussionsveranstaltung zu den Veränderungen in Ungarn durch.

Nach einer Meldung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik befinden sich 434 Ausreisewillige DDR-Bürger in der Prager BRD-Botschaft.

Auf dem CDU-Parteitag in Bremen sagt Bundeskanzler Helmut Kohl u.a. :

"Deutschlandpolitik heißt für uns immer: Freiheit und Einheit für alle Deutschen. Viele - auch von uns - haben jahrzehntelang darüber geredet. Viele haben daran gezweifelt. Viele sagten: 'Das hat doch mit realistischer Politik überhaupt nichts mehr zu tun. Das mag eine Vision sein, aber realistisch ist sie nicht.' Dürfen wir heute nicht feststellen, dass wir der Verwirklichung dieses Ziels nähergekommen sind? Vorausgesetzt, wir setzen die Prioritäten richtig und werfen bestimmte Fragen nicht zum falschen Zeitpunkt auf. Freiheit für alle Deutschen heißt: Verwirklichung der Menschenrechte und Selbstbestimmung. Liebe Freunde, dafür gibt es nur eine realistische Chance, wenn dieser Prozess auch in der Sowjetunion und auch in den anderen sozialistischen Staaten in Gang kommt und sich durchsetzt. Ich glaube, wir stehen am Beginn eines solchen historischen Prozesses. Wir müssen jetzt fähig sein, alle Kräfte zu mobilisieren, um diese Entwicklung voranzutreiben. Liebe Freunde, wer Freiheit, wer die Menschenrechte genießt, wer über seine Zukunft frei und selbst bestimmen kann, der kann auch frei und selbst über die Einheit entscheiden."
(37. Bundesparteitag der Christlich Demokratischen Union Deutschlands Niederschrift Bremen, 11.-13. September 1989)

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