DDR 1989/90Brandenburger Tor

09.06. Sonderparteitag der SPD in Halle

09.-10.06. Gründungskongress der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr der DDR

17.06. Das Treuhandgesetz wird verabschiedet

18.06. Bergarbeitergewerkschaften der DDR und der BRD eine Gewerkschaft

22.06. 2. Runde der Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen auf Außenministerebene in Berlin

22.-24.06. 4. Vertreterkonferenz von Demokratie Jetzt

25.06. Der Parteivorstand der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands schlägt den Beitritt zur CDU vor

30.06. 2. Parteitag der Deutschen Sozialen Union

30.06. Der Vertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion (1. Staatsvertrag), einschließlich des Gemeinsamen Protokolls, der Anlagen I bis IX und der bei der Unterzeichnung des Vertrages abgegebenen Protokollerklärungen, tritt in Kraft.


Di. 26. Juni 1990


Warnstreik am vergangenen Dienstag im Rat des Kreises Oranienburg Protest gegen eine knappe Mehrheitsentscheidung im Kreistag, sämtlichen Mitarbeitern zu kündigen. Auch der CDU-Ortsverband forderte inzwischen die Zurücknahme der Entscheidung.

Landrat Karl-Heinz Schröter (SPD) hielt am Donnerstag vor der Presse daran fest, als Exekutive den Beschluss auszufüllen. Er wolle ihn so sozial verträglich wie möglich gestalten. Jeder Mitarbeiter könne sich um die Stellen in den aufzubauenden neuen Strukturen bewerben. Natürlich würden auch "ehemalige" Mitarbeiter übernommen. Wer keine politische Verantwortung getragen hat und fachlich kompetent ist, werde nicht entlassen. Er, Schröter, habe eine Anordnung erlassen, wonach geschützte Arbeitsplätze bleiben, Behinderten, Schwangeren, Müttern im Babyjahr nicht gekündigt werden darf.

Der Sprecher des Personalrates, Lothar Fiedler, wandte sich nach einem Gespräch mit dem Landrat erneut gegen die generellen Kündigungen. Er forderte Gespräche zur Überleitung der Mitarbeiter in die notwendigen neuen Strukturen. Er habe die Zusage des Landrats, dass die meisten Kollegen in drei Wochen wissen, wie sie beschäftigt werden. Damit könnten sie in jedem Fall die Frist zum Einspruch gegen die Kündigung nutzen.
(Neues Deutschland, Fr. 29.06.1990)

Nun gibt es ein neues Geld- und Kreditinstitut in der Bankenlandschaft der DDR - die LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG. Soeben mit spezifischem Profil gegründet, wird sie am 2. Juli bereite ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Von dem mit 30 Millionen D-Mark bezifferten Grundkapital der AG halten 11 westdeutsche LBS 51 Prozent, der DDR-Sparkassenverband ist mit 49 Prozent beteiligt. Man hofft, dass die Zentrale ihren Sitz in Potsdam finden kann.
(Neues Deutschland, Di. 26.06.1990)

Die CDU in der DDR wird das Angebot der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) zu einem Zusammenschluss beider Parteien annehmen. Der Parteivorstand der CDU hat auf seiner Nachmittagssitzung mit großer Mehrheit grünes Licht für eine Fusion gegeben.
(Neues Deutschland, Mi. 27.06.1990)

Für fast alle Studienfächer wird es ab Wintersemester '90/91 in Westberlin Zulassungsbeschränkungen geben. Die Notwendigkeit des Numerus clausus ergebe sich, so Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Barbara Riedmüller (SPD), aus der Notsituation der Stadt. Immer mehr Studenten aus der DDR würden sich in Westberlin aus der Befürchtung heraus bewerben, mit einer in der DDR erhaltenen Ausbildung den Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht genügen zu können. Die Begrenzung der Studienzulassungen will die Senatorin zunächst auf ein Jahr befristen. Dann könne sich ihrer Meinung nach die Situation bereits entspannt haben, unter anderem durch den geplanten Ausbau der Ostberliner Humboldt-Universität. Die Studienplatzvergabe in den zulassungsbeschränkten Studiengängen erfolge nach Qualifikation und der Zahl der Halbjahre, die seit Erwerb der Hochschulreife verstrichen sind. Der Bewerbungszeitraum für Numerus-clausus-Fächer an der FU, TU und an der Technischen Fachhochschule endet am 15. Juli.
(Berliner Zeitung, Di. 26.06.1990)

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