So. 10. Juni 1990


In Borkheide (Kreis Beizig) ist am Wochenende der Bund Deutscher Senioren in der DDR gegründet worden. Der Bund will sich vor allem für "höhere und gerechtere Renten" nach der deutsch-deutschen Währungsunion und die Einstellung von überhöhten Rentenzahlungen an die ehemaligen Offiziere des aufgelösten Staatssicherheitsdienstes einsetzen.
(Neue Zeit, Mo. 11.06.1990)

Ein "Caritasverband für den Ostteil des Bistums Berlin e. V." ist am Wochenende von Priestern, Ordensleuten und Laien gegründet worden. Dem von ihnen verabschiedeten Statut zufolge will der Verband die Entwicklungen auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege, insbesondere der Sozialhilfe, Jugendhilfe, Familienhilfe und Gesundheitshilfe, anregen und mittragen. Wie es in einer Presseinformation der katholischen Kirche heißt, habe mit der Gründung als Verband die Caritas im Ostteil des Bistums ihren Status der Rechtsfähigkeit und Gemeinnützigkeit zurückerhalten, der ihr seit 1961 verwehrt wurde.
(Neues Deutschland, Di. 12.06.1990)

Für eine deutsch-polnische Wirtschaftszone an der Oder-Neiße-Grenze im Rahmen einer neuen europäischen Dimension der deutschen Einigung hat sich DDR-Finanzminister Walter Romberg ausgesprochen. Ein solcher Schritt läge im Interesse der DDR. Da die "sensible Grenze" mit einem "starken Wirtschafts- und Sozialgefälle" verbunden sein werde, solle man sie durch deutsch-polnische Wirtschaftskooperation in eine "europäische Wirtschaftszone" verwandeln. Das dazu benötigte Geld könnte auch aus Frankreich kommen, das bereits grundsätzliche Bereitschaft signalisiert habe. In der Wirtschaftszone müsste gleichzeitig eine "kulturelle Vielfalt" geschaffen werden, schlug Romberg vor.
(Berliner Zeitung, Mo. 11.06.1990)

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