DDR 1989/90Brandenburger Tor

09.06. Sonderparteitag der SPD in Halle

09.-10.06. Gründungskongress der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr der DDR

17.06. Das Treuhandgesetz wird verabschiedet

18.06. Bergarbeitergewerkschaften der DDR und der BRD eine Gewerkschaft

22.06. 2. Runde der Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen auf Außenministerebene in Berlin

22.-24.06. 4. Vertreterkonferenz von Demokratie Jetzt

25.06. Der Parteivorstand der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands schlägt den Beitritt zur CDU vor

30.06. 2. Parteitag der Deutschen Sozialen Union

30.06. Der Vertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion (1. Staatsvertrag), einschließlich des Gemeinsamen Protokolls, der Anlagen I bis IX und der bei der Unterzeichnung des Vertrages abgegebenen Protokollerklärungen, tritt in Kraft.


Fr. 08. Juni 1990


Vor zu hohem Tempo bei der Vereinigung beider deutschen Staaten hat DDR-Außenminister Markus Meckel am Freitag in Stockholm gewarnt. Auf einer Tagung des New-Yorker Instituts für Ost- West-Sicherheitsstudien meinte Meckel, mehr Zeit, als zur Verfügung stehe, sei eigentlich sowohl innen- als auch außenpolitisch nötig. Das mache sich erforderlich, damit der Osten nicht als schwacher Teil in das künftige Deutschland eingehen und die DDR internationale Verpflichtungen noch so weit wie möglich erfüllen könne. "Es wäre nicht gut, mit Vertragsbruch in die deutsche Einheit zu gehen", sagte der Minister.

Meckel plädierte erneut dafür, gesamtdeutsche Wahlen nicht vor Mitte, "lieber noch gegen Ende" 1991 abzuhalten. Seine Idee einer Sicherheitszone, eines "Bündnisses zwischen den Bündnissen", die die DDR, Polen und die ČSFR umfassen würde bezeichnete Meckel als „lautes Nachdenken" darüber, wie man Sicherheit nach Osten schaffen könne.

Den Ausgang des Moskauer Gipfeltreffens des Warschauer Vertrages wertete er als "Aufschieben einer Entscheidung" entweder das Bündnis aufzulösen oder es völlig verändert weiterzuführen. Er bevorzuge die letztere Variante, den Versuch, "das Beste aus der Situation zu machen und gemeinsame wahrzunehmen".
(Neues Deutschland, Sa. 09.06.1990)

Für rund 50 000 sowjetische Touristen, die für die zweite Jahreshälfte beim sowjetischen Reisebüro "Intourist" eine Reise in die DDR gebucht haben, fällt die Fahrt ins Wasser. Nachdem die DDR die Bezahlung sowjetischer Touristenreisen in konvertierbarer Währung verlangt, wurden ab 1. Juli dieses Jahres sämtliche Buchungen für den Rest des Jahres annulliert. Die sowjetische Gewerkschaftszeitung "Trud" bezeichnete diese Tatsache am Freitag als "Berliner Mauer" für Sowjettouristen.
(Berliner Zeitung, Sa. 09.06.1990)

In einem Schreiben der Botschafter der drei Westmächte, Frankreich, das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland und den Vereinigten Staaten von Nordamerika wird ihr Vorbehalt in ihren Berliner Sektoren gegen die Direktwahl zum Bundestag und das volle Stimmrecht im Bundestag und Bundesrat aufgehoben.

Betont wird, dass diese Sektoren weiterhin nicht Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland sein und nicht von ihr regiert werden.

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