DDR 1989/90Brandenburger Tor

01.03. Bildung der Treuhandanstalt

05.03. Der Zentrale Runde Tisch verabschiedet eine Sozialcharta

06.03. DDR-Regierungsdelegation trifft in Moskau ein

07.03. Letzte Sitzung der Volkskammer

08.03. Der Ministerrat beschließt eine Bankenreform

08.03. Die Inoffiziellen Mitarbeiter der Staatssicherheit werden regierungsoffiziell entpflichtet

11.03. Wahlparteitag des Demokratischen Aufbruch

12.03. Letzte Sitzung des Zentralen Runden Tisch in Berlin

13.03. Die gemeinsame Expertenkommission von DDR und BRD über die Schaffung einer Währungsunion und Wirtschaftsgemeinschaft verabschiedet einen Zwischenbericht

14.03. An den Ministerrat wird der Antrag gestellt, das Büromaschinenwerk Sömmerda nach dem "Sömmerdaer Modell" umstrukturieren zu dürfen.

14.03. Erstes Zwei-plus-Vier-Expertentreffen

18.03. Wahl der Volkskammer


02.-03.03. Außerordentlichen Delegiertenkonferenz der IG Druck und Papier

10.-11.03. Gründung der Deutschen Postgewerkschaft

15.03. Kooperationsvertrag zwischen der IG Druck und Papier und der IG Medien

15.03. Gewerkschaft Öffentlicher Dienst

19.-20.03. Die Gewerkschaft Kunst, Kultur, Medien konstituiert sich

31.03. Landeskonferenz des Arbeitslosenverbandes


Do. 29. März 1990


Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Gerhard Boeden, hat sich für eine Amnestie für ehemalige Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes ausgesprochen.

In einem Interview des RIAS-TV sagte er gestern, es sei sein Sicherheitsinteresse, dass eine große Menge von Fällen über Amnestie oder Straffreiheitsgesetz erledigt wurde. "Natürlich kann das nicht für solche gelten, die wirklich hautnah und konkret Unrecht begangen haben", betonte er.

Dem Verfassungsschutz lägen Informationen vor, dass bis zu zwei Millionen DDR-Bürger als Informanten der Staatssicherheit gedient hätten.
(Berliner Zeitung, Fr. 30.03.1990)

In Leipzig hat unterdessen das Bürgerkomitee "Runde Ecke", das sich mit der MfS-Auflösung beschäftigt, zur Teilnahme an einer Demonstration am kommenden Donnerstag ab 17.00 Uhr im Zentrum der Messestadt aufgerufen.

Mit dem Satz "Denn wir sind immer noch das Volk" wird gefordert, der Verdacht früherer Stasi-Mitarbeit von Abgeordneten müsse geklärt werden. Das Land brauche endlich eine integre, über alle Zweifel erhabene Regierung.

In Gera will sich die Stadtwahlkommission an die Parteien und Vereinigungen mit der Empfehlung wenden, den Bewerbungsunterlagen der Kandidaten für die Kommunalwahlen deren eidesstattliche Erklärung beizufügen, dass sie nicht Mitarbeiter oder Informant des ehemaligen MfS gewesen sind.
(Neues Deutschland, Mi. 28.03.1990)

Der Zeitungswald im Bezirk Halle hat sich etwas gelichtet. So erscheint künftig die "Hallesche Reformzeitung - Stimme der neuen demokratischen Bewegung und Parteien" nicht mehr. In einem abschließenden Beitrag verweist der ehemalige Sprecher der "Reformzeitung", Klaus Keitel, auf die Erfahrung seiner Mitstreiter, "wie schwach und anfällig die gerade erwachte Demokratie auf dem Boden der DDR ist". Auch "Das andere Blatt" gibt auf. Ihr Erscheinen eingestellt hat ebenfalls die vom Neuen Forum herausgegebene "StattZeitung".
(Berliner Zeitung, Do. 29.03.1990)

Erstmalig auch an DDR-Hochschulen wird in diesem Monat die Zeitschrift "Unicum" vertrieben.
(Junge Welt, Do. 29.03.1990)

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