Mo. 5. März 1990


15. Sitzung des Zentralen Runden Tisch in Berlin. Link zu einem Bericht über die Sitzung.

Der Berliner Magistrat hat gestern beschlossen, mit den Ressorts "Gleichstellung von Frau und Mann" sowie "Umwelt und Naturschutz" zwei neue Stadtratbereiche zu bilden. Darüber informierte am selben Tage Magistratspressesprecher Karl-Dieter Seifert. Es werde damit einer Orientierung des Berliner Runden Tisches entsprochen. Ferner sei daran gedacht, in allen elf Stadtbezirken analoge Bereiche einzurichten.

Der Sprecher teilte mit, daß der Magistrat eine Studie zur Durchführung Olympischer Spiele im Jahr 2000 in Berlin in Auftrag gegeben habe. Noch im März werde beim OB ein Olympiabeirat gebildet, dem Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Sport sowie Förderkreisen und Komitees der Hauptstadt angehören sollen.
(Berliner Zeitung, Di. 06.03.1990

Vertreter der "Vereinigung Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen Berlin DDR" und der LEBENSHILFE geistig Behinderter e.V., Landesverband Berlin, haben über eine Zusammenarbeit beraten. Die Vorstände waren sich einig, daß die Eigenständigkeit beider Organisationen dabei gewahrt bleibt. Einvernehmen herrschte zudem darüber, daß die in der DDR erreichten sozialen Sicherstellungen wie Kündigungsschutz für geistig behinderte Menschen und ihre Angehörigen erhalten bleiben müssen.
(Neue Zeit, Mo. 05.03.1990)

Das von den BRD-Großverlagen Bauer, Burda, Gruner + Jahr und Axel Springer in der DDR aufgezogene Vertriebssystem wäre nach bundesdeutschem Recht nicht möglich. Wie ein Sprecher des Bundeskartellamtes nach Angaben des "Tagesspiegel" vom Freitag mitteilte, würde die Behörde einschreiten, wenn Zeitungen und Zeitschriften durch herausgebende Verlage in eigener Regie vertrieben würden und die Verlage das Vertriebsgebiet unter sich aufgeteilt hätten.
(Neues Deutschland, Sa. 10.03.1990)

Ab 05.03.1990 vertrieben die westdeutschen Verlage ihre Produkte eigenständig und nicht über verlagsunabhängige Grossisten.

Die Unabhängige Untersuchungskommission der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Dresden, zur Untersuchung der "Handlungen der Schutz- und Sicherheitsorgane im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 03.10.89 bis 10.10.89 in Dresden", legt ihren Abschlussbericht vor. Er wird auch dem Präsidium der Volkskammer, dem Minister des Innern und dem Generalstaatsanwalt übergeben.

In Falkenberg wird gegen die Übungsflüge vom sowjetischen Flughafen Lönnewitz aus demonstriert.

Nachdem in Leipzig am Vormittag Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen demonstriert haben, findet die obligatorischen Montagsdemonstration am Abend statt.

Letzte Montagsdemo in Bernburg (Saale).

Demonstriert wird auch in Neuruppin und Werdau.

Wahlkampfauftritt in Frankfurt von Norbert Blüm von der bundesdeutschen CDU.

In Berlin führen die Delegationen des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Frankfurt/Main Gespräche.

In Berlin eröffnet die KPD ihr Zentrales Wahlkampfbüro.

Δ nach oben