Do. 1. März 1990


Unter dem Namen Atlanta Handels AG eröffnet die Scipio-Gruppe in Leipzig ihre erste Repräsentanz.

Das DDR-Außenministerium schlägt der Regierung in Bonn vor, eine gemeinsame Linie für die Konferenz über die Zukunft Deutschlands mit den vier Siegermächten des Weltkriegs entwickeln. Auch die Nachbarstaaten sollen zu der Konferenz eingeladen werden. Experten beider deutscher Staaten sollten so schnell wie möglich einen gemeinsamen deutschen Standpunkt für die Konferenz erarbeiten. Es soll eine gemeinsame völkerrechtlich verbindliche Erklärung über die Unantastbarkeit der bestehenden Grenzen zu den Nachbarstaaten, insbesondere zur Westgrenze Polens abgegeben werden.

Von 49 der 53 Rektoren aus Hochschulen und Universitäten wird in Berlin eine Rektorenkonferenz gegründet. Ihr Präsident wird Dieter Hass.

In Dresden finden vom 1. bis 11. März im Vorfeld der Volkskammerwahlen "Aktionstage" von linken Gruppen statt.

Eine Wahlkampfkundgebung führt die Vereinigte Linke in Leipzig durch.

Während einer SPD-Kundgebung in Neubrandenburg kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Für ein solidarisches Zusammenleben lautet das Motto einer Kundgebung vor dem alten Rathaus in Leipzig.

Beginn der Ausstrahlung von Werbespots der Parteien und Gruppierungen im Fernsehen für die Volkskammerwahl.

Ein Europa-Zentrum wird in Rostock gegründet.

In Görlitz gründet sich eine "Unabhängige Initiativgruppe Niederschlesien". Sie setzt sich für die Gründung eines Bundeslandes Schlesien ein.

Im Ministerium für Nationale Verteidigung wird ein Amt für die Überleitung in zivilberufliche Tätigkeiten gegründet. Offiziell "Bevollmächtigter des Ministers für die Berufsvorbereitung und Überleitung von Berufssoldaten und Zivilbeschäftigten der NVA in eine Tätigkeit außerhalb der Streitkräfte".

Die erste Ausgabe der Programmzeitschrift Super TV erscheint.

Die Erfurter Tagespost erscheint zum ersten Mal.

Zum ersten Mal können in Gera betroffene Bürger Einsicht in in ihre Person betreffende Akten der Staatssicherheit nehmen.

Kein Visapflicht mehr für Bürger zwischen der DDR und Österreich.

Nach der Aufnahme von Bürgern aus Rumänien in einer Unterkunft für Übersiedler aus der DDR, in Baden-Württemberg, kommt es dort zu Spannungen. Für manche Übersiedler sind die Menschen aus Rumänien "keine richtigen Deutschen".

Δ nach oben