DDR 1989/90Brandenburger Tor

Impressum


Bund der Antifaschisten Berlin-Köpenick e.V.

Zweck des Bundes ist der Zusammenschluss von Humanisten und Demokraten, von antifaschistisch und freiheitlich gesinnten Bürgern in einer überparteilichen Organisation zur Wahrung und Koordinierung gemeinsamer Interessen sowie zur Durchführung konkreter Aktionen.

Ziele:

Ziel des Bundes ist es,

- jung und alt die Erfahrungen des antifaschistischen Widerstands zu vermitteln, der alle sozialen Schichten unseres Volkes und die verschiedensten politischen und weltanschaulichen Auffassungen einschließt;

- die Traditionen dieses Kampfes zu bewahren;

- die humanistische Gestaltung des Lebens unserer Gesellschaft zu unterstützen;

- die Ursachen und Wurzeln rechtsextremistischer und neofaschistischer Erscheinungen offen zu legen und zu bekämpfen;

- der Diskriminierung von Ausländern entschlossen zu begegnen;

- Rassenhass und Völkerverhetzung mit politischen Mitteln entgegenzutreten und für das friedliche Zusammenleben aller Völker zu wirken.

Der Bund strebt zur Verwirklichung dieser Ziele die Zusammenarbeit mit allen anderen antifaschistisch-demokratischen Organisationen und Vereinigungen im In- und Ausland an.

(Aus der Vorläufigen Satzung des BdA Köpenick)

Im Aufruf einer 15köpfigen Initiativgruppe zur Gründung des BdA hieß es:

"Die politisch-ethische Geburtsurkunde unseres Staates wurde von Männern und Frauen geschrieben, die durch die Hölle der Nazi-Konzentrationslager und -Zuchthäuser gegangen waren und überlebt hatten. In der Stunde ihrer Befreiung schworen sie, nie wieder Faschismus zuzulassen und nie wieder Krieg.

Dieser als Schwur von Buchenwald bekannte Eid hat auch heute, in der tiefsten Krise dieses Staates und seiner Gesellschaft, nichts von seiner Bedeutung für den Erhalt des Friedens nach außen und für den Humanismus im Innern des Gemeinwesens verloren.

Wir müssen ihm treu bleiben, wenn der jahrzehntelangen Misswirtschaft einer Clique machtgieriger, korrupter Politiker nicht noch größeres Unheil folgen soll.

Um die antifaschistischen Grundlagen unseres Staates zu erhalten, zu sichern und zu festigen, rufen wir zur Gründung eines Bundes der Antifaschisten in Berlin-Köpenick auf."

Um das Vermächtnis der von den Nazis ermordeten Antifaschisten zu erfüllen, um über die Einhaltung des Schwurs von Buchenwald zu wachen, hatten sich die aktiven Kämpfer gegen das Naziregime und die von diesem Regime Verfolgten zu einer Kampf- und Schicksalsgemeinschaft zusammengeschlossen, zunächst 1947 in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VdN), später in den Komitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer.

VdN und Komitees leisteten eine beträchtliche Arbeit. Die antifaschistischen Widerstandskämpfer haben als Zeitzeugen mehreren Generationen junger Menschen ein Bild dessen vermittelt, was Faschismus war und wer diejenigen waren, die durch ihren Widerstand gegen das verbrecherische Hitlerregime die Ehre des deutschen Volkes retteten. Sie haben dazu beigetragen, dass die Wurzeln des Nationalsozialismus in der DDR ausgemerzt wurden. Sie haben den Antifaschismus als politisch-moralischen Wert durch die Jahrzehnte getragen.

In der gegenwärtigen Situation, da rechtsextremistische und neofaschistische Kräfte die junge Demokratie in unserem Lande in Frage stellen, kann Antifaschismus nicht länger Sache allein derjenigen sein, die seinerzeit dem nationalsozialistischen Terrorregime Widerstand leisteten. Sie sind alt. Antifaschismus braucht heute Demokraten aller Generationen, ist vor allem Sache der Jugend.

Sinn der Gründung des Bundes der Antifaschisten ist die Zusammenführung der alten, der jüngeren und der ganz jungen Antifaschisten.

Deshalb werden die antifaschistischen Widerstandskämpfer ihre Tätigkeit im Bund der Antifaschisten fortsetzen; das Köpenicker Komitee hat sich als korporatives Mitglied dem BdA angeschlossen (die Satzung sieht die individuelle wie die korporative Mitgliedschaft vor).

Der Bund der Antifaschisten Berlin-Köpenick e. V. hat seinen Sitz in Berlin-Köpenick.

Geschäftsstelle:
Puchanstr. 12
Berlin
1170
Tel.: (...)

aus: "Politische Parteien und Bewegungen der DDR über sich selbst", 1. Auflage, Staatsverlag der DDR, Berlin 1990, Redaktionsschluss 28.02.1990, ISBN 3-329-00734-6

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