Der damalige Vorsitzende des FDGB, Harry Tisch, unterbreitete am 01.09.1988 dem damaligen Generalsekretär der SED Erich Honecker folgendes Angebot:

"Lieber Genosse Honecker!

Wie schon zum letzten Nationalen Jugendfestival 1984 besteht unsere Absicht, der FDJ für das Pfingsttreffen 1989, im 40. Jahr der DDR, wiederum aus dem Solidaritätskonto des FDGB 100 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Ich glaube, das wäre eine gute Geste gegenüber unserer Jugend durch die größte Massenorganisation unseres Landes. Ich hoffe, dass diese Absicht Deine Zustimmung findet.

Mit sozialistischem Gruß
Tisch"

Erich Honecker erklärte sich am 01.09.1988 handschriftlich damit einverstanden.
Danach billigte das Präsidium des FDGB die Unterstützung der FDJ.
Der Beschluss vom 16.09.1988 lautet:

"Der FDGB stellt der FDJ für das Pfingsttreffen 1989 im 40. Jahr der DDR aus seinen Mitteln 100 Millionen Mark zur Verfügung. Der FDGB wünscht der FDJ ein erfolgreiches Gelingen des Pfingsttreffens. Die Gewerkschaften werden fest an ihrer Seite stehen."

Aus dem vorläufigen Bericht des Ausschusses zur Untersuchung von Amtsmissbrauch und Korruption im ehemaligen Bundesvorstand des FDGB, Tribüne vom 01.02.1990

Die FDJ erklärte sich bereit, 50 Millionen, die nicht verbraucht wurden zurückzuzahlen, so Annelis Kimmel. Am 06.03.1990 lehnte es die Führung der FDJ die Rückzahlung mit dem Argument ab, die FDJ-Veranstaltung sei abgerechnet und überschüssiges Geld an die Staatskasse abgeführt worden. Auch wurde bekannt, 1984 wurden schon ein Mal 100 Millionen der FDJ zugeschanzt.