DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Was will die "VEREINIGTE LINKE"?

Gemeinsam gegen rechts!

Das Projekt "VEREINIGTE LINKE" will alle Menschen - unabhängig von Alter, Geschlecht; Weltanschauung oder Parteizugehörigkeit - zusammenbringen, die für einen Sozialismus der Freiheit und Demokratie eintreten.

Angesichts der tiefen gegenwärtigen Krise unseres Landes dürfen sich gerade Linke kein Sektierertum leisten! Vor uns steht die Aufgabe, unter hohem Zeitdruck Konzepte zur revolutionären Umgestaltung des politischen Systems und der Wirtschaft in der DDR zu erarbeiten und allen Gesellschaftsmitgliedern eine wirkliche und glaubwürdige Perspektive anzubieten.


Grundlagen für einen gesellschaftlichen Wandel zum Sozialismus müssen sein:

  • gesellschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln als die vorherrschende und perspektivische Grundlage sozialistischer Vergesellschaftung
  • Ausbau der Selbstbestimmung der Produzenten in Verwirklichung realer Vergesellschaftung der gesamten ökonomischen Tätigkeit
  • konsequente Verwirklichung des Prinzips der sozialen Sicherheit und Gerechtigkeit für alle Gesellschaftsmitglieder
  • politische Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Verwirklichung der ungeteilten Menschenrechte und freie Entfaltung der Individualität
  • der ökologische Umbau der Industriegesellschaft
  • solidarisches Handeln mit allen unterdrückten und erniedrigten Völkern
  • aktive Friedenspolitik bis hin zur vollständigen Abrüstung und Entmilitarisierung auf Basis der gemeinsamen Sicherheit

In aller erster Linie haben alle Linken die unmittelbare, authentische und direkte Selbstorganisation der Werktätigen in unserem Lande, in den von ihnen selbst gewählten Formen zu unterstützen. Die "VEREINIGTE LINKE" unterstützt das Projekt der Bildung unabhängiger Kommissionen der Werktätigen und die Einberufung eines landesweiten Kongresses ihrer Delegierten.

Es gilt, mit der Entwicklung von Formen direkter Demokratie jederzeit in die Tätigkeit von regierenden Parteien eingreifen zu können. Das Mittel der Straßendemonstrationen in Krisenzeiten ist nicht hinreichend. Betriebsräte als Instrument der Selbstverwaltung, territorialer Räte und andere bereits zu entwickelnde Formen unmittelbaren, permanenten Interessenvertretung, gehen weit über die Wiedererlangung gewerkschaftlicher Rechte hinaus.

Die Öffnung der DDR ist nicht nur die ihrer Grenzen für DDR-Bürger, sondern auch eine Öffnung für westliches Kapital in die DDR. Gerade Linke sollten wissen, dass besonders letzteres nicht nur positiv, sondern auch sehr gefährlich ist, wenn ein klares Sozialismus-Konzept fehlt.

Aus dem Aufruf zur Bildung der Initiativgruppe "VEREINIGTE LINKE" Thüringen.

Die Initiative "VL" hat sich für den Raum Thüringen am 19. Dezember 1989 konstituiert. Unser nächstes Arbeitstreffen wird am 10. Januar um 19.00 Uhr im Mehrzwecksaal der Post (Eingang Lutherdenkmal) stattfinden. Wir rufen auf zur konstruktiven Mitarbeit! Wir brauchen alle, die am fortbestehen unseres Landes interessiert sind!

aus: Das Volk, Nr. 5, 06.01.1990, 45. Jahrgang, Sozialistische Tageszeitung für den Bezirk Erfurt, Zeitung der SED-PDS