DDR 1989/90Brandenburger Tor

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ZITATE

Die Frauenfrage sei gelöst, behaupten die einen, sie sei jetzt nicht das vorrangige Problem, sagen die anderen, sie muss jetzt endlich auf die Tagesordnung, sagen die dritten. Aber was ist das überhaupt - die Frauenfrage? Wir müssen darauf bestehen, dass Frauenfragen keine gesellschaftlichen Randprobleme sind, sondern existentielle Grundfragen. Sie betreffen die Existenzweise der Gesellschaft, ihren reproduktiven Zusammenhang, ihre Entwicklungsmöglichkeiten und Ziele.

Ina Merkel

Feminismus würde ich so definieren: Feminismus ist der Versuch, den Anteil der Frauen innerhalb der Gesellschaft präsenter zu machen. Vielleicht das weibliche schöpferische Potential auszuschöpfen, und in der Richtung reicher zu machen.

Angela Hampel und Ulrike Markert

Die Realität geht durch Frauen ganz anders durch, als durch Männer. Ich erlebe das auch immer wieder..., dass die unwahrscheinlich gut trennen können zwischen ihrem Leben und ihrer Arbeit. Und ich erlebe bei Frauen, dass sie das
a) nicht können und
b) gar nicht wollen.

Angela Hampel

Es gilt für beide: Anpassung oder Durchbrechen der Norm. Aber das Infragestellen der gesellschaftlichen Vereinbarungen hinsichtlich patriarchischer Denkmuster und Sichten wird eher aus der persönlichen Betroffenheit von Frauen geleistet werden, als von Männern.

Barbara Rüth

Feministisches Denken hat trotz aller postulierter Gleichberechtigung in unserem Lande nie Fuß gefasst, deshalb haben es jetzt die Vertreter des westlichen Lebensmodells so leicht.

Marion Seelig

aus: taz-Ost Nr. 3052 vom 08.03.1990