DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Für ein Wahlbündnis

Auf einer DDR-weiten Tagung des Unabhängigen Frauenverbandes am vergangenen Sonnabend in Magdeburg haben wir über notwendige Schritte zur Vorbereitung der Wahlen gesprochen. Ausgangspunkt war die politische Situation, in die wir gestellt worden sind. Durch den vorgezogenen Wahltermin stand die Frage: "Können wir uns überhaupt den Wahlen stellen, unabhängig vom Denken, wir müssten es tun?"

Die Frauen haben über ihre Probleme auf Stadt- und Bezirksebene gesprochen. Uns ist dabei deutlich geworden, dass wir schon viel weiter sein könnten, wenn wir bessere Arbeitsmöglichkeiten hätten; denn die Frauen machen vielerorts immer noch die Erfahrung, in ihrem politischen Engagement belächelt oder übersehen zu werden. Selbst von neuen politischen Gruppierungen und Parteien erleben Frauen Ausgrenzungen.

Trotzdem, wir stellen uns der Wahl und streben das Wahlbündnis mit dem Neuen Forum, Initiative Frieden und Menschenrechte, Vereinigte Linke, Unabhängiger Frauenverband und Demokratie jetzt an. Übereinstimmung bestand bei den Frauen drin, den Konsultativstatus "Nichtstaatliche Organisation" bei der UNO zu beantragen und bei der Kommission zum Status der Frau die am 22./23. März in Wien tagt, eine eigenständige Berichterstattung vorzunehmen.

Fraueninitiative Magdeburg

aus: MZ am Wochenende, Nr. 6, 08.02.1990