DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Weltweit nimmt der Einfluss neofaschistischer und rechtsextremistischer Parteien und Organisationen zu. Auch in der DDR steigen rechtsextremistische Aktivitäten seit Anfang der achtziger Jahre sprunghaft an. Wachsenden Einfluss hat rechtes Gedankengut vor allem an den Schulen und Berufsschulen. Die Ergebnisse einer Umfrage des Leipziger Instituts für Jugendforschung lauten: 1 Prozent der Jugendlichen (in Berlin 6 Prozent) zählen sich zu den Skinheads, 3 Prozent sympathisieren mit ihnen, und 32 Prozent haben Verständnis für sie. Damit kommen auf die DDR ca. 3 000 Skins und auf Berlin ca. 1 300. Inzwischen dürften die wahren Zahlen aber enorm höher liegen. Weiterhin sind laut Schätzungen mindestens 1 000 DDR-Bürger streng konspirativ in illegalen faschistischen Gruppen organisiert. Die Gefährlichkeit der neuen Rechten zeigt sich auch darin, dass sich die Republikaner in Welgast gegründet haben und in Berlin gegründet haben sollen. VP, Kripo und MfS stehen der neuen Situation unfähig gegenüber. Gerichte spielen die Straftaten herunter. Die Medien schweigen nahezu. In Volksbildung und FDJ werden die rechtsextremistischen Erscheinungen unter der DDR-Jugend in gefährlicher Weise ignoriert.

Die Ausländerfeindlichkeit z. B. ist aber nicht nur eine Sache der Faschos. Diese gehen aber wiederum mit brutalster Gewalt gegen alles vor, was in ihren Augen "undeutsch" ist. Oft werden leider Erscheinungsformen einzelner auf alle bezogen.

In der DDR entstehen unabhängige ANTIFA-Gruppen. Einige bieten ihre Zusammenarbeit mit anderen Massenorganisationen an. Bisher wurden sie aber nur kriminalisiert.

Deswegen rufen wir auf:

- beseitigt faschistische Schwierigkeiten

- führt Gespräche mit Freunden über dieses Thema, weist dabei eventuelle faschistische Äußerungen zurück und widerlegt sie

- weist ausländerfeindliche Sprüche zurück

- verhindert rechtsradikale Aktivitäten

- schließt Euch zusammen

- erstattet Anzeige und schaut nicht weg!

Die ANTIFA-Gruppe der KvU Berlin

[Flugblatt der ANTIFA-Gruppe der KvU, Anfang Oktober 1989]