DDR 1989/90Brandenburger Tor

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In der politischen und ökonomischen Krisensituation unseres Landes braucht unser Volk politische Kräfte, die ein Konzept für die Zukunft haben, bei denen Wort und Tat übereinstimmen, die nicht durch vielfältiges Fehlverhalten in der Vergangenheit belastet sind.

Eine solche Kraft ist die

SDP

die "Sozialdemokratische Partei in der DDR"

Wir treten für folgende Grundsätze ein:

1. Wir wahren die Traditionen der deutschen Sozialdemokratie.

Wir nutzen die Erfahrungen der Sozialdemokraten bei den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in Deutschland bis 1945.

Wir nutzen die Erfahrungen des gescheiterten Versuches der Zusammenarbeit deutscher Sozialdemokraten mit deutschen Kommunisten unter deren Vorherrschaft in der SED von 1946 bis heute.

Wir beachten die Erfahrungen der SPD in der Bundesrepublik Deutschland.

Wir lernen aus den Erfahrungen der Sozialistischen Internationale.

2. Wir treten für einen ausgewogenen und zeitlich überschaubaren Weg zu einem einheitlichen deutschen Staat innerhalb der heutigen Grenzen der beiden deutschen Staaten ein.

Wir akzeptieren als Voraussetzungen für dieses Ziel ein einheitliches europäisches Wirtschaftssystem und eine europäische Friedensordnung.

Wir sind für die Stufen Kooperation, Konföderation, Föderation.

Wir sind für das Einbringen eines ausgeprägten ökologischen und sozialen Profils der DDR in den Prozess des Zusammenwachsens.

Das 10 Punkte Programm des Bundeskanzlers Kohl vom 28.11. 89 ist für uns eine Diskussionsgrundlage.

3. Wir sind für eine Marktwirtschaft mit ökologischer und sozialer Orientierung. Dadurch wird eine hohe Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft der DDR erreicht.

Es werden damit gute Voraussetzungen für eine enge wirtschaftliche Kooperation mit hoch entwickelten Industrieländern geschaffen. Dadurch werden die ökonomischen Grundlagen für eine den Bedürfnissen des Volkes entsprechende Sozial- und Umweltpolitik aufgebaut.

Wir halten freie und unabhängige Gewerkschaften für erforderlich.

4. Wir setzen uns für die allseitige Erfüllung der in der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948" erhobenen Forderungen und Grundsätze ein.

[SDP Rostock im Dezember 1989]