DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Volksräte oder Parlamentarismus??

Flugblatt 1 der
Plattform Mitgliederbewegung

Parteigründungen jagen sich - noch 20 mehr oder 20 weniger bringen nicht mehr und nicht weniger Demokratie.

Die Volksmacht ist nicht abhängig von der Zahl der in einem Land arbeitenden Parteien.

Wahlkampf, Originalitätssucht, Kulissenschieberei, Verbonzung bestimmen das Bild jeder parlamentarisch orientierten Parteienlandschaft.

Reale Programmunterschiede werden verwischt.

Wir stellen die Frage anders:

RÄTEBEWEGUNG oder  PARLAMENTARISMUS ??

VOLKSSOUVERÄNITÄT oder PARTEIEN-PARLAMENTSGESETZ??

statt einem nun mehrere Parteiapparate?? oder souveräne VOLKSRÄTE auf allen Ebenen?

Der Parlamentarismus wird die Zeit der Schönredner, der Advokaten, der selbsternannten Fachleute. Ein Parlament aufzurichten hieße eine Macht zu schaffen, die sich notwendigerweise aller gesellschaftlichen Tätigkeit aller Dinge des Volkes zu bemächtigen versucht.

DAS VOLK BRAUCHT KEINE VERTRETUNG DAS VOLK VERTRITT SICH SELBST!

Parlamentarismus heißt: Kampf der Parteien um die Hirne der Menschen.

Die Parteien werden versuchen, jedes Individuum von früher Jugend an zu beeinflussen und an sich zu ziehen. Parteien und Parlament heißen: den Menschen zum Wähler der jeweiligen Parteilinie zu degradieren. DAZU SAGT: NEIN!!

Deshalb wählt Arbeiterräte, Schülerräte, Soldatenräte, Studentenräte!

In jedem Betrieb einen Arbeiterrat!

In jeder Schule einen Schülerrat!

In jeder Hochschule einen Studentenrat!

In jeder Kaserne einen Soldatenrat!



Rätebewegung Nov./Dez. 1989 [Halle]

aus: gesammelte Flugschriften DDR `90, Heft 3, März 1990, erstellt von der Initiative für eine Vereinigte Linke, Technische Gestaltung, Produktion und Vertrieb: ASTA TU Berlin